touristenfalle in prag die zweite – das svejk

wunderschönes wetter in prag kann man herrlich nutzen. dem besucher sei empfohlen mit der netten seilbahn auf den schöneberg zu fahren und dort den prager eiffelturm zu besteigen. wirklich den gibt es! nach der besteigung läuft man paralell zur burg abwärts und entwickelt einen gesunden hunger. auf der kleinseite haben wir noch ein bier getrunken und waren bereit für das abendessen. drei sorgfältig und relativ demokratisch ausgewählte adressen aus unserem lonely planet reiseführer kamen dazu in betracht. die erste die wir frohgemut ansteuerten war ein laden namens kolkovna im josefov. der war als zünftiges wenn auch modernes bierlokal angepriesen. nach einer kurzen inspektion wussten wir, dass sich hinter dieser beschreibung eine biertouristenfalle für männerreisegruppen unterschiedlichster couleur verbirgt. oops das war nix! zwischendurch war mein armer vater gestolpert (schuld war das unebene pflaster, wir hatten ja noch nichts getrunken) und meine mutter drängte aus sorge um die laufleistungsfähigkeit ihres gatten( es war ja in den folgenden tagen touristisch noch einiges zu schaffen) darauf, in ein nächstbestes lokal einzukehren, ungeachtet jedweder kulinarischen qualifikationen. na gut, was soll man da sagen!
wir passierten drei sehr nett aussehende italienische lokale, in die wir natürlich ÜBERHAUPT nicht einkehren konnten und landeten schliesslich im sveik (jaja ganz genau wie der gute soldat) dieses lokal (mehr oder weniger gegenüber der spanischen synagoge gelegen).  ist eine touristenfalle der ganz alten schule und ist daher vor allem von gastronomisch historischem interesse!
die in mehrere sprachen übersetzte speisenkarte (immerhin noch ohne fotos) versprach dann auch die interessantesten kulinarischen genüsse. zu allen speisen konnte man dann auch noch grammweise verschiedene add ons bestellen wie meerettich, soße, gurken knödel… das ganze grammprogramm. und wir waren uns dann auch sicher, dass der brotkorb und das besteck extra berechnet würden! toll!! begeistert haben wir dann folgendes bestellt: hausgemachte hardcore knoblauchsuppe nach gevatter aus holice, 100g kalten prager schinken, langweiligen rahmbraten von graf hastenichgesehen und eine bunte platte mit auch einem albernen namen auf der sich friedlich matschige ente, ledriger schweinsbraten, eine variation vom schlechten knödel und zweierlei gruselkrauts zu einem gesvhmacksbrei vereinten. nach dem publikum zu schliessen scheint das lokal nur noch von amerikanischen reisefuehrern aus dem mittleren westen empfohlen zu werden, die offensichtlich kein gespür für kulinarische entwicklungen haben. auch die historisierende einrichtung war länger schon stehengeblieben und gab einen rückblick in die vergangenen ansprueche anderer zeiten. selbstverständlich passten auch die teilweise richtig sympathisch betagten kellner aus einer untergegangenen zeit ins bild. alles in allem wie gesagt eine interessante exkursion in die vergangenheit der ostblock gastronomie! in den folgenden tagen haben wir dann festgestellt, dass es sich bei sveik um eine gastrokette handelt. alle filialen haben aber das gleiche konzept…..

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