gasthaus figl in der urbanstraße

als ich im frühling auf wohnungssuche war, bin ich ganz viel durch kreuzberg und nordneukölln gelaufen. man muss ja ein gefühl dafür bekommen, wo man überhaupt hinziehen will. mein gefühl sagte zu mir: du willst in den graefekiez ziehen… aber der graefekiez wollte nicht! teure wohnungen, kleine wohnungen oder gar keine wohnungen. so ging es über wochen mit dem graefekiez. dafür habe ich das gasthaus figl an der urbanstrasse entdeckt, habe mich in die pizzen verliebt (ich schrieb schon über meine latente sucht) und bin um die ecke nach neukölln gezogen! man würde das freundliche gasthaus figl, mit dem schönen motto pizza und stoffserviette, nicht an der doch eher uncharmanten urbanstrasse vermuten. hier findet man ja sonst meist deprimierende neubauten, vergammelte tankstellen und clubs wie das ficken3000. das gasthaus figl muss man wirklich entdecken! ehemals eine typische berliner eckkneipe ist es von den jungen pächtern ordentlich entrümpelt und liebevoll schlicht eingerichtet worden. eine geschnitzte bar, ein großer alter kachelofen, geschrubbte holztische und postkartenleisten vermitteln diskret das nostalgische flair einer anheimelnden, eher im süddeutschen raum angesiedelten gaststube. der eindruck wird beim lesen der speisenkarte angenehm verstärkt. zwar ist das leitmotiv der pizza deutlich beyond süddeutschland angesiedelt, aber in der eigenwilligen und weitestgehend originellen interpretation des themas ist ein hauch alpenland zu verspüren!
die kräuter margherita mit rosmarin und thymian, die tiroler tofu pizza, die weisse pizza mit blauschimmelkäse, kürbiskernen und thymian harmonieren nicht nur auf dem papier perfekt mit den verschiedenen kräutersalaten u.a. mit apfelschnitzen, kürbiskernen, hüttenkäse und selbstgebackenen brötchen. die pizzen und die salate halten, was sie versprechen. wir wollen auch noch etwas anderes probieren und gehen in der kombination experimentell vor. eine riesige kohlroulade kommt auf den tisch in einer leicht pikanten paprikaschmelze, dazu gibt es ein kartoffelgratin in einem kleinen edelstahlförmchen. auch gut, wirklich! die roulade ist schön gewickelt, der kohl nicht matschig und die fleischfarce würzig und nicht zu fest. das gratin konnte ich beim besten willen nicht mehr probieren, mir wurde versichert es sei ordentlich, wenn auch etwas hinterherhinkend. so auf einem bein.

im keller des figl gibt es eine weitere, wenn auch nicht kulinarische attraktion. dort erwarten den geneigten gast zwei niedliche kegelbahnen aus den dreissigern (oder waren es die fünfziger?) jedenfalls kann man die mieten und sehr viel spass haben!

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