bazaar – empfehlenswertes restaurant in madrid

auweia, die fotos sind diesmal besonders schlecht. sie tun dem wirklich empfehlenswerten bazaar in madrid keine ehre. ich schäme mich.schaut euch bitte die homepage an www.restaurantbazaar.com damit ihr einen besseren eindruck bekommt.

eine reizende berliner pr-agentur hat mich als fremdenführerin für madrid engagiert und so verbringe ich ein entzückendes wochenende in meiner heimatstadt mit netten menschen und muss nichts weiter tun als an den richtigen orten reden und essen. beides kann ich ganz gut. meine nicht mehr ganz taufrischen spanischen geschichtskenntnisse habe ich unauffällig aufpoliert. auf geschichtliche daten in reiseführern ist ja meistens verlass. praktischerweise heissen viele spanische könige alfons und das ist doch recht einfach zu merken. da kommt man nicht so schnell durcheinander wie mit den ganzen preussischen friedrichs und willhelms und friedrich willhelms.

 nun bin ich zwar in madrid aufgewachsen und kenne mich prima mit all den traditionellen kulinarischen klassikern aus, aber manches aktuelle highlight der gastroszene entgeht einem doch wenn man in der ferne wohnt. da ist man froh über hinweise der einheimischen bevölkerung. einem solchen hinweis folgend führte ich also, nachdem wir am ersten abend ausgiebig in tapas gemacht hatten, meine reizende gruppe am zweiten abend ins bazaar. versprochen wird uns eine spanien/asia fusion küche. ich bin sehr gespannt.

die spanischen abendessenszeiten sind für deutsche mägen gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig. vor 22:00 uhr wird selten gegessen, wenn lokale früher öffnen sitzt der nichteinheimische meist in irritiernd leeren räumen und fragt sich völlig verunsichert, ob er bei der lokalwahl etwas falsch gemacht hat.

der homepage vom bazaar entehme ich, dass um 20:30 geöffnet wird und keine reservierungen entgegengenommen werden. das ist eher ungewöhnlich. besorgt bin ich auch, weil keine gruppen angenommen werden. wir sind zu acht. ist das eine gruppe? in deutschland bestimmt. aber in spanien geht man immer in grösseren gruppen aus. ein telefonat löst das problem. es gibt einen sechsertisch der für acht gedeckt werden kann und wenn wir gleich bei öffnung da sind bekommen wir den auch. 20:30 ist ja für deutsche mägen eine akzeptable zeit und so finden wir uns dann kurz vorher am bazaar ein. DA STEHT SCHON EINE SCHLANGE VOR DER TÜR! das habe ich noch nie erlebt!!! also schlangen schon aber so früh!!! vielleicht weil freitag ist??? das ist ja eigentlich ein auch gutes zeichen für das restaurant. also stehen wir an und alles läuft glatt.

wir bekommen den grossen tisch, der liegt im sousterrain. auf dem weg dahin bestaunen wir alle das, man kann es nicht anders sagen, sehr sehr hübsch eingerichtete restaurant. ein gelungener balanceakt auf der grenze zum ikeakitsch. das ambiente ist eher nordisch, konkret hat man einen skandinavischen kaufmannsladen vor augen. weisse holzregale zieren die wände, in denen abwechselnd geschirr oder interessant verpackte lebensmittel gestapelt sind. schöne indische teedosen, italienische pastapackungen, chinesische reistüten, deutsche mineralwasserflaschen… jemand ist um die welt gereist, um das alles zusammenzutragen!

ich bin etwas beklommen, als ich die grosse treppe ins sousterrain runterlaufe. ich sitze nicht gerne im keller. aber mit geschickten verspiegelungen und beleuchtung entsteht der eindruck optischer weite. ich bin wieder ganz beruhigt. noch beruhigter bin ich, als ich die speisen- und die weinkarte bekomme. wow. eine wirklich interessante auswahl an vorspeisen und hauptgerichten. in der tat fusion. zu fairen preisen. zwischen 6 und 20 euro. wir bestellen kreuz und quer und sind gespannt auf das preis-leistungsverhältnis. die weinkarte ist ebenfalls vielversprechend. wir bestellen einen ausgezeichneten cava für 12€ die flasche. sensationell!! danach eine sehr gut trinkbaren gran feudo rosé fúr knapp 10 € die flasche. als deutscher gast kann man nur staunen.

der service besteht ausschliesslich aus perfekt spanisch sprechenden asiaten, die aufmerksam und schnell die ständig anwachsende gästeschar bedienen. auch hier fusion. ein interessantes detail. ruckzuck ist das lokal voll. und ruckzuck bekommen wir unsere vorspeisen. carpaccio von der languste, algensalat mit thunfisch, frischer ziegenkäse auf salat, kartoffelstampf mit chorizo und ei, von den vorspeisen waren wir alle begeistert. bei den hauptgängen war das bild uneinheitlicher. das war etwas schade. mein roastbeef vom thunfisch mit mangochutney war ein hauch zu trocken und das mangochutney entpuppte sich als ein nichtssagender orangefarbener babybrei. schade um den thunfisch. die dorade war super, das entrecote war leider kalt. wiederaufgewärmt war es dann leider durch. ob das was damit zu tun hatte , dass das restaurant jetzt proppevoll war? wir waren jedenfalls nicht entmutigt und haben noch ordentlich nachtisch bestellt. und die waren ALLE SUPER! und zwar so richtig. wirklich wirklich. der warme nusskuchen mit schokoladensosse war ein gedicht. das flüssige tiramisu fand begeisterte abnehmer. dann gab es ein superchocolatedessert, dass auf dem teller zerfloss und auf der zunge zerging. und ein kúchlein duett von karamell und kokosnuss mit zerfliessendem kern, das supragut war. wer auch immer patissier da in der küche ist, wir hätten ihn alle geknutscht. die rechnung war auch zum knutschen. nicht mal 280€ für 8 personen!

interessant finde ich, dass das bazaar offensichtlich teil eines grösseren gastrokonzepts ist. es gibt einige „schwesternrestaurants“ in madrid, z.B. La finca de susana, die alle unterschiedlichen themen folgen, aber alle den selben anspruch an originalität und küche haben. das fehlt in berlin.

 

 

 

 

 

 

 

 

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