pedraza bei segovia – ausflug von madrid

in meiner familie werden ausfluege grossgeschrieben. ich kann mich an wenige wochenende in meiner kindheit erinnern, an denen bewusst nichts unternommen wurde. nun wir waren auch neu in spanien und wollten was sehen. das gilt jedenfalls fuer meine unternehmungslustigen eltern, wir kinder wurden ins auto gepackt und auf ging es zu den vielen sehenswuerdigkeiten und naturschoenheiten rund um madrid.nach ein paar jahren wiederholten sich die ziele: toledo, aranjuez, chinchon, segovia….. aber egal, ich fands immer super, wir machten picknicks in freier natur oder kehrten mal in zuenftige mal in schickere lokale ein, was der ort oder der geldbeutel gerade so hergab und oft mit freunden und verwandten (zu besuch in spanien) im schlepptau.

da habe ich viele erinnerungen, aber es gibt orte die graben sich einem besondes ins herz und so geht es mir mit pedraza. ich weiss nicht mehr wann ich zum erstenmal da war und ich weiss nicht mehr wie oft ich schon da war, ich weiss nur, dass ich immer wieder gerne hingehe.

es gibt so eine bestimmte spanische, wahrscheinlich ist es konkreter eine kastilische aura, bei der mir das herz aufgeht. wenn ich glueck habe beginnt es schont mit guter sicht beim landeanflug auf madrid; dann sehe ich die berge (das ist die sierra de guadarrama) mit den vielen granitfelsen und dem kargen gruen, danach die kleinen patchworkfelder in verschiedensten terracotttoenen am besten mit runden olivenbaeumen bewachsen, alles in dem besonderen hohen hellen kastilischen licht und ich freue mich auf die (puh irgendwie bestreitet mich mein computer gerade, ich komme nicht voran!!! anderen farben, die anderen gerueche und eben das klare licht!

pedraza verkörpert für mich ein romantisches spanien der vergangenheit und das ist deswegen ein bisschen peinlich, weil es so künstlich erhalten ist! die ländlichen gegenden in spanien waren schon immer sehr sehr arm und nach dem fürchterlichen bürgerkrieg wurde es nicht besser. es fand eine unglaubliche landflucht statt, ganze dörfer wurden verlassen und blieben in ihrer entwicklung komplett stehen. so erging es auch pedraza, einem alten kastilischen festungspunkt mit immerhin einer burg, strategisch und landschaftlich einmalig auf einem hügel in der nähe von segovia gelegen. man kann wirklich nichts pittoreskeres erfinden und so ist es nicht verwunderlich, dass der fast verlassene ort wiederum von künstlern und städtern besiedelt wurde, die ihreseits eine stadtflucht antraten und pedraza schon in den fünzigern und sechzigern als eine romantische oase entdeckten und dort häuser kauften, die sie fuer spanische verhaeltnisse ueberraschend behutsam renovierten. mittlerweile ist pedraza auch ein patrimonio nacional, ein geschuetztes denkmalensemble.

entsprechend gibt es in dem ort neben burg, rathaus und kirche vorwiegend typisch kastilische restaurants mit schwerpunkt auf lamm, zicklein und spanferkel aus dem ofen, gehobene souvenir- und kunsthandwerklaeden und natürlich ferienwohnungen. am wochenende ist der ausflug nicht zu empfehlen. der dorfparkplatz ist voll mit madrider suvs und jeeps, die restaurants sind voll mit den fahrzeuginsassen und in den laeden stehen gelangweilte ehemaenner neben ihren verzueckten gattinnen. wir waren unter der woche da und hatten den ort fast fuer uns alleine. das ist im sommer sicher auch nochmal anders.

so konnten wir ungestoert durch die kleinen gassen laufen, den dorfplatz in seiner ganzen schoenheit bewundern und in das restaurant unserer wahl einkehren, ganz ohne reservierung. doch dazu ein andermal mehr!

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