bodegón manrique in pedraza – lamm aus dem ofen

in pedraza gibt es einige interessante kulinarische optionen, doch im grunde geht es bei allen hauptsaechlich um das eine: LAMM PUR!!

in kastilien wird milchlamm (oder spanferkel oder zicklein) traditionell im grossen holzofen gegart. dabei geht man sehr puristisch vor. das tier wird meistens geviertelt, mit salz eingerieben und in einer derben tonschale in den heissen ofen geschoben. dort gart es stundenlang butterweich zart, bis das fleisch buchstaeblich vom knochen faellt und ein unverfaelschtes aroma bietet. fuer fleischliebhaber ein paradies!

vegetarier tun sich verstaendlicherweise schwer hier, zumal beilagen meist nur aus brot, oeligen kartoffeln und ein paar salatblaettern bestehen. die ausweichmoeglichkeiten sind auch nicht riesig, da ebenfalls sehr traditionelle gerichte wie bohneneintoepf meist mit schinkenknochen, schweineohren oder chorizos zubereitet werden.

wir entscheiden uns heute in pedraza fuer die puristischste variante ueberhaupt. der extrem rustikale bodegon manrique bietet nämlich nur lamm, brot und wein.zum lamm gibt es noch einen schlichten salat mit tomaten und zwiebeln und wenn man glueck hat, bekommt man vorab eine knoblauchsuppe, die der kastilier traditionell auf der basis von schinkenknochen und viel bis sehr viel knoblauch zubereitet. serviert wird die suppe ganz ganz ganz heiss, mit darin aufgeweichtem altem brot und einem pochierten ei. das schmeckt meist viel besser, als es sich gerade anhört. im bodegón manrique leider nicht.

wie alt der bodegon ist kann ich nicht sagen. aber bestimmt sehr alt. betrieben wird er von den drei etwas ruppigen toechtern des lang verstorbenen gruenders, die auch nicht mehr die juengsten sind. die inneneinrichtung ist schlicht und durch und durch kastilisch rustikal. grobe holztische und hocker, karierte tischdecken und tonschalen. die spaerliche dekoration besteht aus nicht immer leicht zu identifizierenden kuechengeraeten, ein paar messingtoepfen und einem mit tesafilm an den kamin geklebten mistelzweig. ein grosser anheimelnd wirkender kamin, gibt dann doch weniger waerme ab als gedacht. und in einer ecke ist der riesige holzofen eingebaut, aus dem das lamm in den tonschalen gezogen wird. das wird dann auch schnell mit wenig anrichte-schnickschnack und verhübschungsversuchen serviert und schmeckt ausgezeichnet! dazu gibt es einen rotwein aus der tonkaraffe, der zunaechst aehnlich ruppig wirkt wie die wirtinnen, aber auch wie diese einen gewissen charme dabei hat.

etwas bedauerlich ist die dessertauswahl, keines ist hausgemacht und das aus lauter verzweiflung bestellte eistoertchen ist geschmacklich keine zierde des hauses.

dennoch, fuer ein echtes kastilisches feeling ist der bodegon manrique ein besuch wert!

 

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