mercat central in valencia – der ruf der märkte

es gibt so wunderbare überraschungen im leben. auf diese hier war ich völlig unvorbereitet. ich bin komplett ahnungslos nach valencia gefahren. wirklich. 

es gibt in valencia eine riesige wunderschöne markthalle von 1914, im valencianischen modernismus erbaut, schön saniert und voll mit mehreren hundert markständen, die alles bieten was rund um valencia gezogen, geernetet, gezüchtet, gesammelt und gefangen werden kann. das ist schon fast ein grund nach valencia zu ziehen.

meine begeisterung für märkte jeglicher art ist vielleicht etwas erklärungsbedürftig. ganz bestimmt sind meine eltern schuld. und meine kindheit in spanien. dort gibt es einfach so viele märkte. lebensmittelmärkte, flohmärkte, fischmärkte, kunstmärkte, kleidermärkte, märkte auf denen es einfach alles gibt, märkte auf den straßen oder in gebäuden, märkte die immer da sind oder nur am wochenende oder nur einmal im jahr. während mein vater mehr für die lebensmittel war, war meine mutter auch für alles andere zu haben. unser nachbarschaftsmarkt in madrid auf den ich mit meinem vater fast jeden samstag zum einkaufen ging und von dem wir kiloweise beladen mit dem köstlichsten obst, gemüse, fleisch und fisch zurückkamen (nie wieder werden die erdbeeren und tomaten so schmecken wie damals) , ist mir ebenso in erinnerung wie der rastro in madrid, so wie er früher war. meine mutter handelte mit den zigeunern um alte krüge, wir probierten bunte hippieblusen bei den ibiza-ständen an, kauften alte küchenschränke bei den antiquitätenhändlern und in der straße mit den vogelhändlern herrschte ein ohrenbetäubernder lärm. zwischendurch gab es für mich ein eis, ein stück süßholz oder ein paar seidenraupen für meine zucht (na ja die starben so schnell).

dann fuhren wir in die sommerferien. dort gab es auch immer märkte. in tarifa lagen dienstags und freitags ganze schwertfische mit glasigen augen auf eis. je nachdem wie spät man kam war der kopf mit dem schwert schon abgesägt und lag achtlos in einer ecke. wenn man das schwert heimlich streichelte, fühlte es sich merkwürdig pelzig an. in vieux boucau südlich von bordeaux habe ich mein erstes taschenmesser von opinel bekommen, mit dem habe ich den ganzen sommer lang alle pinienrinden die mir in die hände gerieten in mehr oder weniger schwimmtaugliche bötchen verwandelt. auf dem markt von montalivet nördlich von bordeaux hat mir mein vater beigebracht austern zu essen. weißwein trinken konnte ich schon. 

im schönen konstanz, wo ich geboren bin und meine großeltern mütterlicherseits wohnten, gibt es den bauernmarkt in petershausen. dort fuhren meine oma und ich mit dem bus hin und ich freute mich auf die johannisbeeren, die wir zu hause zuckerten  (nie wieder haben johannisbeeren so gut geschmeckt) und  zu denen mir meine oma grießbrei kochte und auf den geruch von frischem dill den es in spanien nicht gab. den liebe ich bis heute. und meine oma brachte sich immer einen strauss bunter löwenmäulchen mit nach hause.

im schönen wolfenbüttel, wo meine oma väterlicherseits wohnt, gibt es auf dem markt eine unglaubliche auswahl an heidekartoffeln und die beste wurstbude der welt, namens piske, an der unglaublich freche lustige damen unglaublich üppige wurstgerichte verkaufen. der weihnachtsmarkt in wolfenbüttel ist legendär schön.

kein wunder, dass ich selbst ein paar jahre lang markstände betrieben habe. doch dazu vielleicht ein andermal mehr.

und nun jedenfalls dieser markt in valencia. tage könnte ich hier verbringen. warum haben wir nur ein hotelzimmer und kein appartment mit küche? dann könnte ich die artischocken, schnecken (ja, ein ganzer stand!!), hahnenkämme, lammbeine, sepias, pilze alle alle kaufen und nach hause schlepppen und tagelang kochen. ach wäre das schön.

zugegebenermassen ist es ja auch schön auszugehen. ich will mich nicht beklagen. ich will nur irgendwann mal wiederkommen.

 

 

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