und wenn man denkt es geht nicht mehr – bar los toneles in valencia

wir wissen nicht, was wir tun sollen. wir sind in valencia. wir haben ein üppiges paellamittagessen am strand hinter uns. und einen langen verdauungsspaziergang. wir sind nicht hungrig, nur vielleicht ein bisschen durstig. wir wollen nicht ins hotel. dazu ist es zu früh. viel zu früh.

wir sind fussmüde. wir sind vier familienmitglieder mit unterschiedlichen vorstellungen. am markt muss es was geben zum einkehren. nein an der kathedrale. nein am rathaus. nein in der nähe vom hotel. gottseidank ist valencias innenstadt nicht gross. gottseidank finden wir die bar los toneles. sie ist irgendwie in der nähe von allem. am dichtesten ist sie an der stierkampfarena, die neben dem bahnhof liegt, neben dem unser hotel ist, das sich nicht weit von all den anderen sehenswürdigkeiten befindet.

auf spanisch würde man die bar los toneles als „cutre“ bezeichnen. das ist umgangssprachlich und schwer zu übersetzen. derb, rudimentär, primitiv, rustikal.. das dürfte es treffen. ein paar hässliche kacheln, schlechte bilder und obendrein auch noch schräge kachelbilder an den gelbgestrichenen wänden, holztische und -stühle und als deko-highlight ein arrangement von plastikweintrauben über der tapastheke.

die bar ist gut besucht, das publikum ist gemischt aus jung und älter, ein paar versprenkelte touristen wie wir sind auch da. die erkennt man natürlich am aussehen, aber vor allem an den phantasielosen bestellungen. hier stehen patatas bravas (eine art bratkartoffeln mit scharfer sauce)  auf dem tisch, ein bisschen schinken und käse und oliven. gähn. ganz anders am tisch der zwei einheimischen damen neben uns. hier türmen sich muscheln, fritierte sardinen und calamares mit aioli und eine große paellaportion! alles wird wenn möglich mit den gut manikürten fingern gegessen und dazu gibt es ordentlich wein aus riesigen gläsern. 

bei diesem anblick wird uns ganz anders. wenn wir doch nur was essen könnten! die karte ist wirklich recht vielversprechend, neben einigen tapasklassikern werden viele interessante regionale spezialitäten angeboten. z.b. gebratene artischocken und weinbergschnecken.

mein vater möchte, das wir etwas essen. er erträgt es nicht, wenn wir gar nichts zu uns nehmen. da können wir nicht nein sagen, schließlich hat er am nächsten tag geburtstag. wir einigen uns darauf, das jeder eine ration tapas bestellt. möglichst leichte. das ist nicht ganz zu realisieren, weil ich trotz allem die fritierten sardinen mit aioli haben muss. frische kleine fischchen ganz heiß in einem knusprigen teigmantel serviert. kann man fast mit kopf und fuss essen. die artischocken nehmen wir auch. in spanien wachsen die kleinen artischocken, die kann man schön in scheiben schneiden und in olivenöl anbraten. und dann noch muscheln (sehr leicht wirklich) und boquerones en vinagre unser aller liebling: sauer eingelegte sardinen mit knoblauch die in valencia besonders dick sind. mein vater sagt, das hat was mit den fischfangregulierungen zu tun. man darf nicht mehr so kleine fische fangen. finde ich auch sinnvoll. größer schmecken sie auch besser. und darauf ein gin tonic. schliesslich sind wir in spanien!

 

 

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