angry chicken in berlin – nicht nur für wütende mädchen

angeblich soll ich nichts scharfes essen. sagte mir mal eine ernährungsberaterin. die inder haben wohl schon früh festgestellt, daß man seinem inneren feuer (wenns dann eben da ist) nicht noch mit zusätzlicher hitze kommen sollte. ja aber ich kanns nicht ändern, ich esse nun mal so gerne scharf! dieselbe ernährungsberaterin riet mir auch, nicht zu rauchen oder alkohol zu trinken. die perspektive auf ein leben nur mit pfefferminztee (der kühlt) hat mich aber nicht überzeugen können. natürlich könnte es sein, daß ich vielleicht irgendwie innerlich ausgeglichener wäre. so peacemäßig.  jedenfalls wäre ich dann aber nicht so voller vorfreude ins angry chicken gegangen.

seitdem wir wissen, daß kimchi princess einen imbiss mit diesem herrlichen vielversprechenden namen aufgemacht hat, wollen meine schwester und ich dahin. ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht,  ob sie auch schon in die hände einer ernährungsberaterin gefallen ist. jedenfalls isst meine schwester auch gerne scharf. überhaupt kann ich nur mit ihr zusammen so scharf essen wie geht. verscheidene irrungen und wirrungen in unserem leben haben den besuch bei angry chicken erst heute möglich gemacht. wir wurden nicht enttäuscht! die aggressiv farbenfrohe aufmachung passt hervorragend zum konzept. ein kleiner imbiss, der fritiertes knuspriges und wirklich scharfes  hühnchen verkauft. in verschiedenen scharfabstufungen. wir wollen hoch hinaus und bestellen die beiden schärfsten mit den köstlichen namen so so angry und furious chicken. dazu cole slaw, fritierte süsskartoffeln mit cinnamon sweet chili und gochujang mayonaise. ach und hite beer aus südkorea.

es sind zwei freundliche junge männer hinter der theke, die offensichtlich nicht koreanischer abstammung sind. der eine fritiert, der andere schneidet geduldig eine riesige menge süsskartoffeln klein. das gefällt mir. der süsskartoffelkleinschneidende junge mann will uns wohlmeinend und freundlich vorwarnen. er gibt mir eine wenig von der furious marinade zum probieren. wahrscheinlich denkt er, ich falle tot um. so war es nicht. aber es war wirklich wohlmeinend von ihm. wer weiss was er schon erlebt hat mit dem furious chicken.

der angenehm knackige cole slaw ist mit mohrrübenraspeln gemischt und mit schwarzem sesam gewürzt. die cremige sosse ist würzig aber mild. eigentlich hatte ich auf kimchi gehofft. aber  das ist ein guter ersatz. es muss ja nicht alles scharf sein.

die fritierten süsskartoffeln und die beiden chicken portionen werden stilgerecht in kleinen bunten mit weissem backpapier ausgelegten plastikkörbchen serviert. ein stimmungsvolles detail.allein wegen der süsskartofflen mit den sossen würde ich noch mehrfach wiederkommen. es passt alles perfekt zusammen. die süsskartoffeln werden beim fritieren aussen nicht ganz knusprig, innen aber dafür richtig cremig. zimt und chili in der sosse harmonieren asugezeichnet. die gochujang mayonaise ist der hit! gochujang ist eine koreanische würzpaste die aus fermentiertem reis, sojabohnen und na ja natürlich chili gemacht wird. sie ist nicht unscharf,  hat aber auch durch reis und soja eine milde süsse. in der kombi mit der mayo richtig gut!

und dann das hühnchen. so so angry ist schon ziemlich scharf, aber nicht so dass andere geschmacksrichtungen komplett ausgeschaltet werden. da gibt es noch süsse (honig) und auch eine leichte säure. furious lässt keine schärfewünsche offen. nach dem zweiten beinchen brennts sehr zufriedenstellend. der süsskartoffelschneidende junge mann schielt des öfteren herüber. hinterher gesteht er ganz freundlich, dass er furious nicht essen würde. er ist mir schon ein bisschen ans herz gewachsen.

wir zahlen und gehen in die bohne auf der reichenbergerstrasse. puh! jungbartträger vereingt euch! scheint hier die devise zu sein. ein beweisfoto wäre nicht schlecht, doch dann wird mir schlecht, weil ich mein iphone im angry chicken hab liegen lassen. huschhusch zurück. der mittlerweile nicht mehr süsskartoffelschneidende junge mann hat sehr gut auf mein handy aufgepasst. er trägt auch gar keinen bart. ihr merkt es schon. ich mag das angry chicken. meine schwester auch. aber das t-shirt würden wir doch nicht anziehen.

ANGRY CHICKEN! THE FIRST LEGENDARY KOREAN FRIED CHICKEN IN BERLIN!
OPEN DAILY ! 12:00 – 22:00 h
Skalitzer Straße 36

 36, Kreuzberg

 

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