ousies in berlin – eine griechische institution

meistens ist es doch so: man reist in ein fremdes land, verbringt dort hoffentlich eine schöne zeit, geht mehr oder weniger typisch essen und stellt fest, dass die küche vor ort wesentlich besser ist, als alles was man
im eigenen heimatland davon schon ausprobiert hat. sprich: die pizza in italien schmeckt generell einfach besser, als beim italiener um die ecke.

dieser these habe ich bis zu meiner ersten reise nach griechenland blind vertraut. dort musste ich dann betrübt feststellen, dass sie gar nicht allgemeingültig ist. in spanien aufgewachsen, blieb ich lange von der griechischen küche verschont. griechen verirrten sich nicht nach spanien. wozu auch? in deutschland habe ich dann tzatziki als den absoluten flirtkiller und gyros als trockene fleischpfanne dubioser herkunft kennen und vermeiden gelernt. bis ich nach berlin kam und anfang der neunziger das skales wie ein ufo in der kulinarischen nocheinöde von mitte landete. heute unvorstellbar, war es damals zusammen mit dem cantamaggio
ein vorreiter der gastronomisierung von mitte. tzatziki souflaki, moussaka und co. bekamen in dem modernen ambiente vom skales eine ganz andere bedeutung und es war hip hier gesehen zu werden.
ob mich das zu meiner ersten griechenlandreise animiert hat? ich weiss es ehrlich gesagt nicht mehr. jedenfalls beging ich den fehler nach korfu zu reisen. habe ich auf korfu schlecht gegessen! auweia.und damit meine ich nicht nur im hotel, nein überall!. trotz umfangreicher recherche habe ich in den 10 tagen auf korfu nur eine taverne gefunden,
die qualitativ annähernd das bot, was ich im skales schon probiert hatte. im nachhinein betrachtet habe ich korfu fairerweise immer zugute gehalten, dass es wahrscheinlich kulinarisch ein schlechtes beispiel war.
eine so lange von engländern und sissi geprägte insel, musste ja praktisch ihr eigenes kulinarisches kulturgut vergessen!
ein zweiter versuch jahre später auf dem peloponnes war aber nicht wesentlich überzeugender. klüger geworden, wohnte man diesmal in einem appartement mit der selbstversorgeroption. tja, wenn
man irgendwo hätte gut einkaufen können. weit und breit kein markt, nix. es blieb ein rätsel. wohin verschwand der fisch? wo blieben die ziegen und deren käse? ähnliches habe ich nur noch auf amrum erlebt,
wo der einzige fischladen immer dienstags aufmacht. von 10:00 bis 12:00 uhr. toll. griechenlands küche blieb mir fremd.

bis ich nach schöneberg zog und nach langer zeit des dranvorbeigehens von einem guten freund ins ousies verschleppt wurde. oh hier gab es stockfischcreme! , selbstgemachte bauernwürstchen!, grillteller die den namen verdienen!
tzatziki blieb zwar auch hier ein flirtkiller aber dafür kann das ousies ja nix.mittlerweile gehe ich sogar mindestens einmal im jahr ganz freiwillig hierher. diesmal in reizender begleitung einer guten freundin aus wien.
das ousies ist griechische erlebnisgastronomie at it’s best! man muss unbedingt im hinteren raum mit dem fake-balkon und den schönen hoftüren sitzen. das ist empfehlenswert kitschig.
auch muss man unbedingt reservieren, denn es ist immer voll. den gut gelaunten kellnern kann das nichts anhaben. charmant wird hier bedient, daß es eine freude ist. meine all time favourites
sind die bauernwürstchen und die diversen grillteller mit ordentlich tzatziki. wenn das alle essen ist es ja bekanntlich nicht so schlimm. fazit: in berlin besser griechisch essen als in griechenland!

Foto_5

 

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