kjosk an der oranienstraße – spielplatz in kreuzberg

der sommer macht es einem ja bislang nicht leicht. eventuell sollte man die verteilung der jahreszeiten überdenken, wenn das so weitergeht. immer öfter wird der frühling gefühlt zum eigentlichen sommer. wo soll das nur hinführen? was soll passieren mit den zartesten frühlingsgefühlen, die sofort im empfindlichen knospenstadium gnadenlos bei 30 grad in ein gleißendes sommerlicht gezerrt werden? wie sollen sich sommergefühle durchsetzen, wenn es jeden tag bei maximal 22 grad regnet? man muss nicht obi wan kenobi heißen, um eine erschütterung der macht zu prophezeien. bislang habe ich das im februar startende bademodenangebot eher spöttisch distanziert betrachtet. auch wenn es mir schon oft passiert ist, dass ich juni keinen gescheiten bikini mehr gefunden habe, weil alle schon ausverkauft waren. doch offensichtlich liegt die modewelt gar nicht so falsch damit. jedenfalls war ich im mai zum letztenmal im prinzenbad. in einem bikini vom letzten jahr. den erwerb eines neuen habe ich danach wetterbedingt gar nicht mehr in betracht gezogen.

nun gut. man muss in diesem sommer offensichtlich nehmen, was man kriegt. und wenn ein abend überraschend lau ist (warm wäre deutlich übertrieben), sollte man ihn schnurstracks nutzen. ich bin schon dreimal an trüben abenden am neuen kjosk an der oranienstraße vorbeigefahren undhabe einen besuch verschoben. denn der kjosk macht nur bei schönem wetter sinn. dann aber auch richtig. netter kann eine stadtbrachennutzung kaum sein (ausser beim prinzessinnengarten). da steht ein alter weißgestrichener doppeldeckerbus in einem schrägen gelände der zu einem kiosk umfunktioniert ist.
drinnen wird verkauft was das herz begehrt. gekühlte getränke natürlich und selbstgemachte waffeln, tageszeitungen und schräge designzeitschriften mit kleinstauflagen, kaugummis und biomirabellen aus einem garten in brandenburg.
um den kioskbus herum wartet eine typische kreuzberger szenerie auf typisch kreuzberger besucher. eklektizistisch kombinierte sitzgelegenheiten kriegen in dem brachengarten einen optischen zusammenhang durch eine vielzahl an buntgemusterten weißbefransten sonnenschirmen, die ihren heyday in den siebzigern hatten. man sitzt und plaudert oder spielt tischtennis oder wartet darauf das man tischtennis spielen kann, währen man sitzt und plaudert. sehr entspannt. die typisch kreuzberger besucher sind an diesem abend vorwiegend amerikanischer herkunft, die sich optisch aber sehr gut einfügen. alle scheinen es zu genießen, dass man hier rauchen darf und alle trinken hefeweizen. ob das für innocents abroad gerade the thing to do ist?
man weiß es nicht. aber der kjosk ist wirklich ein nice place to be.

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