Schlesisch Blau – Gemütlich im Osten der Köpenicker Strasse

Ein Treffen von vier vielbeschäftigten Frauen, die obendrein in den unterschiedlichsten Ecken von Berlin wohnen, will von langer Hand geplant werden. Ein Treffen von vier ehemaligen Kolleginnen, die alle mit exklusiver Gastronomie und ebensolchem Catering vertraut sind, erfordert auch ein paar Gedanken bei der Locationwahl. Wir wollen mal was anderes, wir wollen was gemütliches und wir wollen unaufdringlich gut essen. Das sind die Gruppeninteressen. Dann kommen die individuellen Ansprüche hinzu. Nicht zu weit von hier, nicht zu weit von da und ich brauche was halbwegs Neues zum Bloggen. Das Schlesisch Blau stand schon länger auf meiner Liste und ich freue mich, als die kollektive Wahl nach einigem Hin und Her tatsächlich darauf fällt!

Also trudeln wir so nach und nach an einem ganz lauen Augustabend im Schlesisch Blau ein. Wir sitzen draussen und ignorieren die aufziehenden Wolken. Darin hat man ja mittlerweile Übung in diesem Sommer. Wir haben soviel zu erzählen, dass wir ohne es zu merken die erste Flasche Wein geleert haben, ohne auch nur an das Essen zu denken. Es ist soviel passiert im letzten Jahr; Umzüge, Scheidungen, Nervenzusammenbrüche, Häuserkäufe, ach ja wir stehen eben mitten im Leben! Irgendwann erinnert uns die freundliche Bedienung daran, dass wir ja zum Essen hier sind. Richtig, da war noch was!

Das mit dem Essen im Schlesisch Blau geht so: Es gibt für 15,00 Euro ein Menu, mit Suppe, Salat, Hauptgang und Dessert. Unglaublich. Drinnen warten zwei Suppen zur Auswahl und zur Selbstbedienung. Eine kalte Joghurt-Gurken Suppe und eine warme Tomatensuppe. Beides Suppen mit einem hohen Langeweile Potenzial, wenn nicht gut gemacht. Wir probieren natürlich beide und mögen auch beide. Gut gewürzt, nix Langeweile! Zum grün gemischten Salat werden zwei hausgemachte Essigsorten gereicht. Der Bärlauch Essig schmeckt zwar nicht nach Bärlauch direkt, aber trotzdem gut! Bei den Hauptgerichten hatten wir die Qual der Wahl, wir hatten gar nicht damit gerechnet soviel Auswahl zu haben! Wir liebäugeln alle mit dem Boeuf Bourgignon, entscheiden uns dann aber aus Gründen der Auswahl auch für ein Cassoulet und Bandnudeln mit Wildragout.

Da fängt es an zu Tröpfeln. Die Tische draussen sind voll besetzt und es entsteht eine kleine Gesprächsrunde darüber, ob nun ein kollektiver Umzug stattfinden soll. Der kleine Gastraum ist leer und gemütlich. Aber wir sind trotzig. Die paar Tropfen! Also halten wir durch und der Regen gibt auch bald auf. Ätsch! Der Hauptgang kommt und wir sind uns schnell einig, das Boeuf Bourgignon ist die beste Wahl. Das Fleisch mürbe, die Sauce auf den Punkt, der Kartoffelstampf hausgemacht. Das Cassoulet ist doch etwas deftig und schreit nach kälteren Temperaturen. Im November bestelle ich es gerne mal wieder. Weit im Abseits stehen die Bandnudeln mit der Wildsauce. Die Nudeln sind pappig und viel zu weich. Die Sauce zu zaghaft gewürzt. Das ist der Looser des Abends. Wir verkraften das aber gut, weil der Abend so nett ist und die Bedienung so gut und kompetent, der Wein stimmt und überhaupt. Es ist ein Abend an dem sich vier Frauen nichts vormachen. Was auch immer für Happy Endings in unserem Leben noch stattfinden werden, das Schlesisch Blau hat uns dann noch eins für den Abend geboten, mit der köstlichen Zitronentarte. Und einer, gemessen am Gebotenen, wirklich niedrigen Rechnung!

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