Ankunft in Venedig – Spritz auf dem Campo San Basegio

vor mehr als zwei wochen bin ich nach venedig geflogen. fünf tage war ich da. es war großartig. und ich habe noch kein bisschen drüber geschrieben. wie kann das sein?
ich kriege sogar schon freundliche nachfragen.
die schreckliche wahrheit ist: ich bin abhängig! entsetzlich abhängig. und zwar so, dass ich im moment wenig anders tun kann, als meiner abhängigkeit zu frönen.

nein, nicht erschrecken! ich rauche und trinke nicht mehr als vor venedig auch. ich bin hilflos gefangen in game of thrones. nein nicht erschrecken, dass ist kein computerspiel, das ist eine fantasy buchreihe von einem amerikanischen autor namens george r.r. martin. der hat 1996 angefangen zu schreiben und seitdem nicht mehr aufgehört. 12.000 seiten. 6 bände. und ich mittendrin. oder nein, erschreckenderweise fast schon am ende (gottseidank geht lesen wesentlich schneller als schreiben).was kann das leben mir noch bieten, wenn ich aus diesem epos auftauchen muss? ganz unter uns gesagt, schäme ich mich auch ein bisschen. game of thrones ist nicht hohe literatur. der herr der ringe ist um klassen besser.aber den habe ich ja auch schon neun mal gelesen.

um es geradeheraus zu sagen: game of thrones ist amerikanisches mittelerde/sopranos/mad men mit sex. und food. und so bin ich auch drauf gekommen. meine derzeitige lieblings food page: www.gilttaste.com ist eindeutig schuld!

ich las diesen liebevollen artikel über food in dem buch: http://www.gilttaste.com/stories/2039-food-and-fantasy-in-game-of-thrones und war verloren. ich bin sofort zu hugendubel gerannt und habe den ersten band gekauft. 1200 seiten. die schmolzen dahin. und mit ihnen charred horse steaks, blood pudding with mint leaves, roasted lamb in honey, tiny lemon cakes, spicy ginger beer, soft ripe peaches, 5 verschiedene weinanbaugebiete und und und…

 

die bei hugendubel kennen mich schon. ich bin die irre die immer anrief und saget: ich brauche die nächsten zwei bände, aber schnell! jetzt brauch ich nicht mehr anrufen. ich habe sie alle.

 

in band drei lesend flog ich nach venedig, band vier im gepäck. gottseidank hat venedig ähnlich fesselnde wirkung wie game of thrones. und meine famile auch. wir mögen uns auch deutlich mehr, als die familien in dem buch.wir sind auch schließlich in venedig zusammen gekommen, um den geburtstag meiner mutter zu feiern. nicht um uns gegenseitig umzubringen. obwohl venedig ja ein würdiges szenario wäre.

 

meine reizende schwester und ich stiegen also eines mittwoch morgens in den easy jet flieger und stiegen anderthalb stunden später am marco polo flughafen wieder aus. die fahrt mit dem boot zu unserem B&B auf dem dorsoduro dauerte fast so lang wie der flug.
jeder der mit dem boot vom flughafen nach venedig gefahren ist weiss: die fahrt ist bis auf das letzte viertel unspektakulär. man sieht viel graue lagune, inseln in der ferne, anderen bootverkehr und kann bei jeder haltestelle nur ahnen, was sich hinter dem haltestellenhäuschen verbirgt.

 

aber das macht nichts. denn wenn man am flughafen in ein boot der linea blu einsteigt, hat man die romantische gewissheit; wir nähern uns venedig auf dem wasserweg. alles andere wäre irgendwie unwürdig. und unromantisch.und wenn man nach längerem herumschippern auf der lagune in den canale grande einbiegt und den dogenpalast und den glockenturm vor sich hat, weiss man, man hat alles richtig gemacht.

richtig gemacht haben wir auch die wahl unseres quartiers auf dem dorsoduro, fernab der touristenströme. dazu ein andermal mehr. meine reizende schwester und ich checkten in unserm b&b ein und begaben uns sofort auf die suche nach sonne, spritz und ein bisschen was zu essen.der flug unserer eltern aus madrid kam erst am späten nachmittag an. wir liefen also glücklich im sonnenschein (den hatte ich noch gar nicht erwähnt) über brückchen, durch gässchen, an der fondamenta di zattere am kanal entlang und fanden unsere erste spritztankgelegenheit auf dem campo san bastegio.

keine ahnung wie die trattoria hieß. wir saßen auf einem charmant heruntergekommenen platz in der sonne am kanal, tranken spritz und haben auch ein bisschen was gegessen. der salat war überraschend gut. kein eisberg weit und breit, das gegrillte gemüse war knackig und prima gewürzt und der pulpo konnte dem was wir aus spanien gewohnt sind ehrlich gesagt, nicht das wasser reichen. aber egal, wir waren in venedig angekommen und glücklich.

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