Erster Abend in Venedig – Osteria 1518 auf dem dorsoduro

ja, jetzt ist die ganze familie in venedig. versammelt auf dem dorsoduro.

wir haben den sonnenuntergang am kiosk auf der fondamenta di zattere gebührend gewürdigt. die sonne verschwand bei ein bis zwei gläsern spritz und köstlichen in olivenöl frittierten kartoffelchips hinter den imposanten gebäude des molino stucky. eine riesige mühle im neugotischen stil, die auch in berlin stehen könnte. im westhafen oder so.

von einem schweizer unternehmer und einem hannoveraner architekten ende des 19. jahrhunderts gebaut, prägt sie die kanalseite der giudecca und ist das berühmteste industriedenkmal venedigs. nach jahrelangem verfall ist das riesige gebäude saniert. unter anderem ist ein hilton hotel drin. ja mein vater ist mühlenbauingenieur und mein opa war müller somewhere in niedersachsen. deswegen ist der molino stucky für uns ein, wie soll ich sagen, besonders interessanter anblick.nun, die geschichte des mühlenbaus hin oder her, was ein rechter anreisehunger ist, will gestillt werden.

meine reizende schwester und ich haben in einer food-girls-scout-mission die osteria 1518 als erstes etappenziel auserwählt. ein bisschen zur enttäuschung unserer mutter liegt sie nicht direkt am kanal an der fondamenta zattere sondern an einer seitenstraße. dafür ist es auch nur eine semitouristenfalle und klein und gemütlich. es ist noch warm genug, wir können draussen sitzen hurraah! obwohl ein blick nach drinnen einen wirklich höchst liebenswerten nostalgisch aber nicht kitschig dekorierten gastraum offenbart. man hätte auch gern drinnen gegessen/gesessen.
es ist ja unser erster abend und bei dem blick in die speisenkarte fällt die auswahl schwer. wir wollen irgendwie alles. also steigen wir mit fisch antipasti ein und eine bruschetta kombination. beides modern präsentiert und sehr frisch. besonders gewürdigt haben wir die sarde in saor, marinierte sardellen mit zwiebeln und rosinen. sehr gut!

danach gab es (wir haben alles geteilt) eine ausgezeichneten salat mit meeresfrüchten. schwarze pasta mit sepia, eine nicht nur sehr appetitlich aussehende kombination von sepia in schwarzer tinte und weißer sehr schmackhafter polenta (breiig, nicht fest) und einen gegrillten sehr frischen branzino (wolfsbarsch) mit ebenfalls gegrilltem gemüse.
keine klagen, nirgends. im gegenteil. dazu weisswein aus venetien und irgendwie ist es der bedienung gelungen uns noch zu eine portion torta della nonna zu überreden. bei der dessertfrage ist mein vater immer sehr proaktiv. sprich, meine mutter, meine schwester und ich wollen kein dessert und er bestellt welche, die wir dann alle aufessen. allermeistens sind wir nicht undankbar und er hat seinen spaß! dann gab’s auch noch grappa und einen grappa unfall sprich umfall aber es war dann auch genug, denn der wein aus dem veneto war ja auch noch da. und der war auch sehr gut.
die freundliche bedienung hat unsere schrägen deutsch/englischen/pseudoitalienischen bestellungen alle verstanden. zwischendurch kam mal der chef und war ein bisschen aufgeregt, weil wir den tisch etwas umstellen mussten, aber das haben wir alle gemeinsam gut hingekriegt. die rechnung war auch nicht schmerzhaft, sondern in einem ok-wirsind invenedigabereinbisschenabseitsverhältnis angemessen. also alles in allem ein wirklich guter start!

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empfehlenswertes lokal auf dem dorsoduro.

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