Rudis Beisl in Wien

in wien will man ja auch was wienerisches erleben. da dies ein kulinarischer blog ist, beziehen wir uns hier auf kulinarisches erleben. meine reizende gastgeberin hat dafür vollstes verständnis. immerhin gehört sie vom anbeginn der zeiten zu den treuen lesern
meiner bescheidenen protokollarischen versuche, diese eine meine kulinarische welt zu dokumentieren. wir haben lange genug über sylvester selber gekocht, draussen scheint die sonne. quasi mit der sonnenbrille auf der nase surfen wir im netz nach unserem ziel. die wahl fällt auf rudis beisl im fünften bezirk.

wenn von einem beisl die rede ist denke ich sofort an holztische, holzverkleidung, karierte tischdecken, saisonale typische speisen und einen wirt der hinter dem ganzen steht. aus dem internet lernen wir, daß rudis beisl nicht rudi gehört, sondern christian wanek. das sagt er über seine kochphilosophie: „Immer frisch und mit viel Liebe gekocht. Ein breites Spektrum an Stammgästen beweist, dass ich meine Gedanken im Stande bin auch wirklich umzusetzen.“ das hört sich gut an. ein koch sollte mit liebe kochen. gut schreiben muss er nicht unbedingt.

zur feier des tages genehmigen wir uns ein taxi und kommen kurz vor 13:00 uhr im rudis beisl an. keine minute zu früh! wir ergattern den letzten tisch. es ist mittags und es ist voll! die bitte um reservierung auf der homepage hatten wir wohl nicht ernst genug genommen.
wir mögen das rudis beisl sofort. es ist unprätentiös und authentisch. die holztische und holzstühle sind da und die holzverkleidung an den wänden. in einem netten verschrobenem blau. nicht ganz geschmackssichere bilder vermengen sich mit einer großen anzahl an fotografien die den sympathisch lächelnden wirt mit lauter wiener prominenz zeigen. so gehört es sich! skandalgeprägt wie wir sind, forschen wir ob berlusconi oder wulff mal da waren. ist aber nicht so. das publikum kann man sich gemischter nicht vorstellen. geblondete damen im kostüm mit geschniegelten herren im anzug und das ehepaar von nebenan mischen sich auf das erfreulichste mit wenigen touristen und uns.

die karte ist ganz herrlich und wir können uns erstmal nicht entscheiden. wir sind hungrig und wir wollen alles. wie immer haben wie einen ähnlichen geschmack . als erstes gibt es die ganslsuppe, köstlich deftig aus gänseklein mit einem semmelknödel. wie von selbst lösen sich die hungergefühle auf. ist noch platz für die hauptspeise?
meine reizende gastgeberin hat sich gebackene gänseleber bestellt. um im thema zu bleiben. knusprig paniert, zart und mächtig. auf den punkt. dem ist nichts hinzuzufügen. mein szegedinger krautgulasch ist mir etwas zu zerkocht. und zu wenig scharf. es liegt gut auf der zunge und ist gut gewürzt, das ist es nicht. aber zu sehr vereinerleit.

die portionen sind insgesamt der wahnsinn. ob die geblondete frau und ih begleiter im anzug noch arbeiten müssen? fast tun sie mir leid. ich muss nämlich nichts mehr tun ausser einem verdauungsspaziergang durch das sonnige wien.

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