Ein fast veganer Monat

äh ja. jetzt habt ihr also schon fast ne woche auf die ollen fotos gestarrt und zu recht gedacht: „früher gab’s da auch mal text zu!“ das ist ein standard den ich eigentlich auch aufrechterhalten möchte. was soll ein blog so ohne text? und vor allem: was soll ein blog wenn soo lange nichts geschrieben wird? recht habt ihr! beschwert euch nur!

ich werde also versuchen die vergangenen ungebloggten monate irgendwie wieder gutzumachen.

zumal ich in der zeit, zusammen mit meiner reizenden schwester, ein kleines kulinarisches abenteuer gewagt habe. wir beide, als bekennde fleisch und milchproduktekonsumentinnen hatten uns folgendes vorgenommen: der februar war vegetarisch und der märz war vegan. nun ja fast.

hier will ich über den fast veganen märz erzählen. aber nochmal kurz auf anfang. 

was haben wir uns überhaupt dabei gedacht? sehr vereinfacht gesagt, wollten wir vegetarisch und vegan ausprobieren. wir wollten wissen, wo der verzicht auf fleisch und milchprodukte einfach fällt und wo er weh tut. für uns.

ohne besonders dogmatisch werden zu wollen, glauben wir einfach das unbedachter übermäßiger konsum dieser beider lebensmittel der umwelt schadet und das massentierhaltung der horror ist. wir essen schon länger hauptsächlich bio. aber wir wollten kürzer treten und überprüfen, wo verzicht überhaupt anfängt. wir waren stark und motiviert. anfangs.

der vegetarische februar wahr eigentlich sehr easy. ok. beim essengehen schielt man auf ein schönes steak auf der speisenkarte und es juckt ein bisschen. aber bei der nächsten käsestulle war man schon wieder im glück.

aber vegan. oh jeh. das ist anders.

ich begann meinen veganen monat mit einem besuch bei meiner reizenden schwiegermutter. sie holte mich vom bahnhof ab und fuhr mit mir auf einen reizenden biohof (sie kennt mich) mit dazugehörigem café. herrjeh war ihre enttäuschung groß, als ich kein einziges stück kuchen essen konnte. nix war vegan! ich ass ein laugenbrötchen zu meinem tee und konnte ihr leiden spüren. das war nicht schön. abends habe ich dann für die familie einen veganen gemüsestrudel gekocht. der kam gottseidank sehr gut an.

dann war ich auf der prowein, einer weinmesse in düsseldorf. ich war aus beruflichen gründen hier. natürlich habe ich viele winzer gefragt, ob die weine vegan sind. aber ich wollte die weine ja probieren! deswegen war ich da. und deswegen habe ich die oft unveganen weine auch alle probiert. 

ja jetzt kommt richtigerweise die frage, warum sind denn weine nicht vegan? die bestehen doch aus trauben? dachte ich ja auch. aber ganz so ist es leider nicht. die trauben werden gepresst und vergoren. in dem wein sind dann immer noch trübende filterpartikelchen. wenn der wein länger gelagert wir, setzen sich die im fassboden ab. wenn der wein jung in flaschen abgefüllt wird, haben sich noch nicht alle partikelchen abgesetzt. was tut der winzer? er klärt den wein. eiweiß oder gelatine werden durch den wein gejagt, um diese partikelchen zu binden. dan kann man sie sozusagen abschöpfen. aber der wein ist dann nicht mehr vegan! 

nach diesem nicht ganz koscheren start in den veganen monat wollte ich konsequenter sein. auch beim essengehen. aber das ist das schlimmste. die meisten lokale haben einfach nichts für veganer! nur salat. grrrr. wenn man  anfängt nachzufragen: ist in der suppe sahne, ist im risotto butter, kann ich die pizza auch ohne käse haben? dann wird man unweigerlich in eine komplizierte zickenecke gestellt. von den begleitern und von der bedienung!! sehr unangenehm. 

ok war es in der markthalle in kreuzberg. da habe ich zwar auch etwas nachfragen müssen, aber die küche hat mir dann ein sehr leckeres veganes artischockenrisotto  zubereitet. meine dankbarkeit war sooo groß!

schrecklich verzweifelte momente mit großem hunger sind mir vielfach begegnet. nirgendwo was veganes! was tun? pommes mit ketchup!!!!! ich habe schon lange nicht mehr soviel pommes gegessen. kein wunder, dass ich nicht abgenommen habe, wie ganz ganz geheim gehofft……das gegenteil ist richtig.

und dann war ich noch bei freunden auf ein großes abendessen eingeladen. der gastgeber stand den ganzen tag lang in der küche und hat gekocht. so köstlich. es gab lachstartar und lamm und so eine art gebackene milch zum dessert. oh gott ich habe alles gegessen!

zu hause war alles viel einfacher. und ich finde tofu auch nicht mehr so schlimm wie früher. man kann man was draus machen, wirklich! vegane aufstriche aus tofu und gemüse sind jetzt eine meiner leichteren übungen und sie haben auch alle geschmeckt. seidentofu, rote bete und kümmel haben mich auf veganen sandwiches den ganzen monat begleitet. die bleiben mir auch!

was soll ich sagen? der monat war nicht konsequent und er war schwer. kein fleisch geht noch, aber gar keine milchprodukte? käse macht mich so glücklich. wie andere leute schokolade.

zwischendurch waren meine schwester und ich immer kurz vor dem ganz aufgeben. wir waren ehrlich gesagt genervt, trotz der inkonsequenzen die wir uns schrecklich regelwidrig erlaubt hatten.

und auch wenn ich mir am ende des monats ein steak tartar gegönnt habe. etwas bleibt doch. bewusst weniger fleisch und vor allem besseres fleisch dessen herkunft man nachvollziehen kann ist mehr!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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