Tarte Tatin mit Kürbis und Thymian

Sonnige Herbsttage mit dann doch noch regnerischen Abenden sind wie geschaffen dafür, Freunde zum Abendessen einzuladen. Morgens am Kanal laufen und Kaffee trinken (in der Sonne), mittags noch schnell beim Flowmarkt im Prinzessinengarten vorbeischauen (es fängt an sich zu Bewölken) und nachmittags sehr gemütlich anfangen zu Kochen (der Himmel ist schon grau).

 

Bekanntlich steigt mit sinkenden Temperaturen das Verlangen nach Süssem. Sprich nach Nachtisch! Und zwar einem ordentlichen. Nicht nur so ein leichter Obst Schnick-Schnack. Schokolade muss noch nicht sein, dazu ist es doch noch nicht kalt genug. Aber ein gehaltvoller Obst Schnick-Schnack, der ist richtig!

In Frankreich hat man ja die Tarte Tatin erfunden und dafür sollte man den Franzosen ewig dankbar sein. Die Kombination von karamellisierten Äpfeln und buttrigem Teig ist wirklich perfekt auf die herbstlich eingestimmten Geschmacksknospen ausgerichtet. Und der Gedanke an ein bisschen Hüftgold ist im goldenen Herbst auch nicht mehr so abwegig. 

Nun überkommt mich während ich die Zutaten zusamensuche und die schönen frischen extra eingekauften Äpfel wasche, ein unwiderstehliches Verlangen originell zu sein. Diese Wirkung haben klassische Rezepte ganz oft auf mich. Ich kann es nicht ändern. Hilflos lege ich die Äpfel beiseite und fange an den Kürbis zu schälen. Der war zwar für was anderes gedacht aber unser Schicksal ist besiegelt. Wir werden eine Kürbis Tarte Tatin. Mit Thymian.

 

Zutaten:

Für dem Karamell-Kürbis

1 mittelgroßer geschmackvoller Kürbis z.B. Hokkaido

200 g Zucker

100 g Buttter

3 Zweige frischer Thymian

Ofen auf 200 Grad vorheizen. 

Den Kürbis schälen, entkernen und in fingerdicke Scheiben schneiden. Damit so dicht wie möglich den Boden einer gebutterten flachen Tarte-Backform (26 cm) belegen. Evtl. ein bisschen Schichten. In einer großen Pfanne den Zucker erhitzen und unter ständiger Aufsicht zum schmelzen bringen. Vorsicht Verdunkelungsgefahr! Wenn der Zucker dunkelbraun wird, stinkt er und schmeckt scheußlich angebrannt. Sobald der Zucker witesgehend geschmolzen und hellbraun ist die Butter einrühren und alles kurz zu einer hellbraunen Karamellmasse einkochen lassen. Rühren!

Den Karamell gleichmäßig über den Kürbis gießen. Über alles die Thymianblättchen zupfen. Die Form in den Ofen schieben und den Kürbis ca 30 min backen. Der Kürbis gibt seinen Saft in das Karamell ab und die Flüssigkeit blubbert vor sich hin und kocht ein. Zwischendurch mal checken, daß das Ganze nicht zu braun wird. Der Kürbis sollte nicht zerfallen. Nur ganz weich werden. Dann rausnehmen und abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit den Teig zubereiten. Oder vorher schon, der Teig kann gut einen Tag im Kühlschrank lagern.

Zutaten für den Teig:

200 g Weizenmehl

100 g geriebene Mandeln

150 g kalte Butter

100 g Rohrohrzucker

1 Ei

2-3 Essl. kaltes Wasser

Mehl, Zucker und Mandeln in einer passend grosse Schüssel mischen. Die kalte Butter in kleine Stückchen schneiden und zum  Mehl geben. Die Butter sollte während der Verarbeitung so wenig wie möglich schmelzen, dann wird der Teig knuspriger. Ich hacke sie noch ein bisschen mit zwei Messern im Mehl klein und gebe dann das Ei dazu. Mit den Knethaken vom Handrührgerät bearbeitet wird der Teig erstmal krümelig. Dann kommt das kalte Wasser dazu und ich verknete alles mit den Händen schnell zu einer Kugel. Den Teig nicht lange kneten! Die Teigkugel kommt in Folie eingewickelt für eine halbe Stunde mindestens in den Kühlschrank.

Den kalten Teig auf so wenig Mehl wir möglich passend zur Backform ca 1 cm dick ausrollen und vorsichtig auf den Kürbis in der Backform heben. Evtl überstehende Ränder passend abschneiden und dann zart an den unteren Formrand andrücken.

Die Tarte nochmal eine halbe Stunde backen bis der Boden leicht gebräunt und knusprig ist. Dann aus dem Ofen nehmen, den Rand mit einem Messer ablösen und die Tarte ca 10 min abkühlen lassen. Ist das Karamell beim Stürzen zu heiß, kann das wehtun! Ist es zu kalt, löst sich der Kuchen nicht mehr so richtig von der Form!

Die Tarte schwungvoll und mutig auf einen passend großen Teller stürzen.

Mit Creme fraiche oder auch ohne servieren. Am besten noch lauwarm.

 

Das restliche Menü:

Maissuppe mit Blutwurst und Miesmuscheln

Wildschweinragout mit Steinpilzrisotto

 

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