2013 – Kulinarische Trends kommen, bleiben und gehen

Wie langweilig wäre unsere Welt ohne Pfeffer. Wie langweilig wäre sie ohne Schokolade, ohne Kaffee und ohne Tee. Ohne Spagetti Bolognese. Ohne Sushi und ohne Tom Kha Gai. Oder ohne Pommes mit Ketchup. Das mag ich mir alles nicht vorstellen.

Gottseidank gibt es seit Menschengedenken Genießer, Entdecker, Händler und Gastronomen die nach Neuem dürsten, weil es den Menschen gut schmeckt und weil damit Geld zu verdienen ist. Kulinarische Trends sind langlebiger als Modetrends. Eine Rocklänge dreimal im Jahr zu ändern geht schneller, als Menschen daran zu gewöhnen, statt Sushi jetzt Bibimbap zu mögen. Aber die Grundregeln von Moden gelten auch bei Speis & Trank: auf eine Mode folgt immer eine Gegenmode, Nostalgiewellen lassen regelmäßig ältere Trends wieder aufleben, ca. alle fünf Jahre gibt es ein bis zwei wichtige Grundtrends, nach denen sich andere Trends richten.

 

Mal sehen, ob das für 2013 auch so wird. Hier sind meine Prognosen. Ein bisschen work in progress. Lustig wird es bei der Jahresendrückschau. Dann schauen wir mal, ob es alles gestimmt hat..

Länderküchen:

Die Skandinavier halten sich, aber vorwiegend bei sich zu Hause.Vielleicht schwappt noch ein bisschen Smörrebröd in die Welt. Oder der puristische Ansatz des Sammelns.

Mexico ist weltweit da und bei uns noch ausbaufähig. Es kommen nicht nur Tacos und Burritos in deutlich besserer Qualität zurück, die ganze mexikanische Küche und die jungen Köche dort bekommen die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Das gilt weltweit auch für Peru und Chile, aber ob das hierzulande so ankommt, wage ich zu bezweifeln.

Aus Asien könnten noch die Philippinen kommen. Japan beyond Sushi ist schon da. Und mit Afrika liegt noch ein ganzer Kontinent vor uns. Der kommt noch, garantiert. Aber noch nicht unbedingt 2013. 

Themen:

Vegan und raw bleiben, bleiben und bleiben. Farm to table hat hier noch sehr viel Potential. Spezialisierungen auf nachhaltig gefangenen oder gezüchteten Fisch und auf wiederentdeckte Nutztierassen. Regional, nachhaltig, das bleibt und da kommt auch so schnell nichts neues. Wie denn auch? Wir werden wohl kaum entdecken, daß Rindfleisch aus Brasilien unter Nachhaltigkeitsaspekten doch besser ist als unseres. 

Gastrotrends:

Food Trucks sind sicherlich erwähnenswert. Aber stoßen hier bestimmt auf viel mehr Vorschriften als in USA wo die echt beliebt und verbreitet sind. Trotzdem noch eine erwähnenswerte Lücke. Insgesamt Fast Food. Aber „Slow Fast Food“ (farm to table) und mit viel weniger Fleisch. Mehr Snacks/Tapas. No Choice kommt. From nose to tail ist hier bedauerlicherweise nie richtig angekommen. Obs dieses Jahr klappt? Ich esso so gerne Innereien, bin aber oft etwas alleine damit. Einen eigenen Garten zu haben ist Trumpf!

Weinkarten werden eher klein, individuell und sympathisch. Auch hier geht der Trend zu Kooperationen mit Winzern. Weinbegleitung bleibt. Getränkebegleitung insgesamt. Auch mit Tees, Smoothies und Säften.

Pop ups und Speisenklubs haben ihren Zenit erreicht. Abstieg ist angesagt. Speak Easy hält sich. Clubs sind da und bleiben, vielleicht noch ein bisschen themenorientiert (Literatur, Kunst..) oder gar genderorientiert? Nur für Frauen scheint in London gerade zu gehen

 

Zutaten:

Omas Wurzelgemüse (Pastinaken, Sellerie) Kürbis ist müde, Ingwer auch. Chili geht gerade noch so, am besten in Geränken. Schokolade fängt an durch zu sein. Maronen sind da und am besten selbstgesammelte Pilze. Frische Kräuter bleiben und Wildkräuter auch. Farne, komische Beeren und Algen kommen. Insgesamt alles was gesammelt werden kann/muss. Guter regionaler Honig.

 

Lebensmittelhandel:

Brot. Brot und Kuchen. Handgemacht ohne Zusatzsstoffe. Das ist schon da und bleibt wunderbarerweise bestimmt lange. Pies kommen. PopCakes sind weg, Gottseidank.Nordic bakery ist noch ein Nebentrend. Gute, bestes Fleisch ist schon dick da und bleibt. Im Zuge dessen kommen Metzgereien (hoffentlich) wieder. Spezialisiert auf Rassen, Produzenten oder Produkte. Wild! Käsereien sind auch schon da. Was wird das neue Bio? Fair oder regional?

Insgesamt mehr Shop-Design.Wie von Autoban: http://autoban212.com/#/interior/retail/komsufirin

 

Getränke:

Der Trend zum naturbelassenen Wein findet hoffentlich ein schnelles Ende. Rose bleibt noch ein bisschen. Burgund ist das neue Bordeaux und Cotes du Rhone das neue Burgund. Sauvignon geht. Autochtone Reben sind schon da. Vermouth ist auch schon da und Sherry kommt in großen Schritten. Aperol ist echt vorbei. Campari geht wieder. Zusammen mit Mexio kommt Mezcal ganz gross.

Holunder ist definitiv durch. Ich meine, Bacardi hat St. Germain aufgekauft. Der Likör ist damit endgültig Mainstream. Cocktails mit handgemachten Zutaten bleiben und wachsen. Kleine Spirituosen-Marken kommen. Auch bei Gin & Wodka. Ach und all die kleinen Champagnerhäuser werden fürs durchalten belohnt. 

Neue Limonadensorten werden immer kommen. Und wenn alle Geschmäcker durch sind fangen wir halt von vorne wieder an. Was nach Rhabarberschorle kommt, weiss ich aber auch noch nicht.

 Cidre ist auch bald wieder dran oder?

Disclaimer:

Hab ich was vergessen? Übersehen? Ganz bestimmt! Wenn Ihr Lust habt schreibt es mir. 

 

Es bleibt spannend! Viel Spaß in 2013!

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Ein Kommentar

  1. berlintidbits · Januar 5, 2014

    Hat dies auf Berlin Tidbits rebloggt und kommentierte:

    Schreibe gerade an den kulinarischen Trendprognosen für 2014. Hatte ich 2013 etwas übersehen???

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