Du Bonheur – Le retour de la pâtisserie

Mon dieu! Sie ist zurück. Die französische Patisserie erlebt eine Renaissance. Etwas irritiert erwacht sie aus ihrem Dornröschenschlaf: „Was habt ihr nur so lange ohne mich gemacht? Ohne Eclairs, ohne Bûche, ohne Tarte St.-Honoré, ohne Petits Fours, ohne Croque-en-bouche, ohne Merengue, ohne, ohne ohne……..“ Etwas indigniert schüttelt die Patisserie den Staub ab und marschiert zurück auf die Bühne ins kulinarische Rampenlicht. Wegen allgemeinem Überdruss sind kürzlich die amerikanischen Backwaren von dort abgetreten. Brownies, Muffins, Cupcakes, Pop-Cakes, Cheesecakes, Douhgnuts…. keiner konnte sie mehr sehen.

Interessanterweise wird der Trend zu französischen Backwaren in New York befeuert. Natürlich von einem französischen Pâtissier. Dominique Ansel gehört zu den “Top 10 Pastry Chefs in the United States”. In seiner New Yorker Bakery macht er Furore mit seinen Kreationen.

Vergangenes Jahr stand man in NY Kopf wegen eines bretonischen Kuchens, den bis dahin die wenigsten kannten und noch weniger aussprechen konnten. Kouign amann (ja, so heißt der Kuchen. Ich kann’s mir auch nicht merken und habe mir eine Eselsbrücke mit Kofi Annan gebaut. Sorry Kofi) ist eine Art schlichter aber schamloser Schichtkuchen aus Croissant-Teig, viel viel Butter und leicht karamellisiertem Zucker. Irgendwie sieht er nach nix aus, aber wenn man durch die erste Karamel-Butterschicht gebissen hat, ist man verloren. Wenn ich mich Recht erinnere, hat ein Croissant bei Weight Watchers 8 Punkte (hat mir mal ne Freundin erzählt, übrigens). Ich bin mir sicher Kouign amann verdient auf derselben Skala 80 Punkte.

Dieses Jahr steht New York häuserblockweise Schlange wegen einer Kreation die Dominique Ansel Cronut getauft hat. Bei dieser gnadenlosen Kombination eines Croissants und eines Doughnuts handelt es sich um ein eine Art fettgebackenes Croissant (!!!!!!!!) das mit unterschiedlichen Cremesorten gefüllt und Zuckerglasuren überzogen wird. Und weil Dominique Ansel nicht blöd ist gibt es jeden Monat ein anders Cronut. Letzen Monat war Lemon Maple. Diesen Monat ist Blackbery. http://dominiqueansel.com/cronut-101 Es handelt sich übrigens um die derzeit viralste Backware der Welt. Weil alle Foodblogger und Kochbuchautoren und Foodies und FoodHunter so gelangweilt von Cupcakes waren und so begierig auf was Neues gewartet haben, ging die Nachricht von der neuen kulinarischen Sensation wie ein Lauffeuer durch sämtliche Food-Facebookseiten und jeder der auch wirklich ein echtes Cronut ergattert hat, hat diesen aufregenden Moment seines FoodieDaseins auf Instagram dokumentiert.

Und in Berlin? In Berlin habe ich vor ein paar Wochen das Du Bonheur in der Brunnenstrasse entdeckt. Bei einer meiner seltenen Ausflüge in den Prenzlauer Berg lächelte es mir charmant zu, duftete nach Butter und Zucker und flüsterte: Kouign amann. Drinnen erliege ich dann auch dem Charme der Cannelés Bordelais, eine weitere französische Spezialität, die man viel zu lange vernachlässigt hat. Genauso wie Kouign amann optisch etwas unromantisch sind die Cannelés aussen karamellig braun und innen ganz hellweich. Aber nicht buttrig. Eher cremig. Und köstlich. Die Inhaber verstehen ihr Geschäft meisterlich! Die Inhaber das sind Stephan Zuber, ehemals Koch im Adlon, und die Konditorin Anna Langens, die in Paris bei einem der französischen PatisserieGurus überhaupt ausgebildet wurde. Nach einigen Lehr-und Wanderjahren haben sie sich mit dem Du Bonheur ihren ganz persönlichen Traum gebacken. Das Angebot an süssen und pikanten Backwaren in der Theke sieht gleichermassen gut aus und ich werde wohl bald wieder einen Grund finden müssen, um in die Brunnenstrasse zu fahren. Vielleicht könnte ich es sogar mal vor mir selbst rechtfertigen, nur wegen der Patisserie von Neukölln nach Prenzlauer Berg zu fahren. Peut-être….

http://www.dubonheur.de

P.S. Ja ich weiß, ich habe Macarons nicht erwähnt. Als einzige französische „Süssigkeit“ hatten sie es geschafft, im Kreise der Cupcakes und PopCakes zu bestehen und ebenfalls „in“ zu sein. Deswegen sind sie auch bald schon wieder out. Denn nach fest kommt locker und nach in kommt out.

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