Street Food in Berlin – im Rausch des Neuen?

Er ist da. Wir sind mittendrin. Der Street Food Rausch hat Berlin erfasst und wir alle wollen nur das Eine: Street Food essen. Donnerstags treffen wir uns beim Street Food Market in der Markthalle Neun. Jeden zweiten Freitag pilgern wir (zumindest bis Ende September) zum Bite Club an der Hoppetosse in Treptow. Und wenn wir es zwischendurch nicht aushalten, erkundigen wir uns auf Facebook, wo und wann unser Lieblingsstreetfooddealer seine Ware verkauft. Man munkelt dass sogar unser Tim Raue ein Street Food Event plant. Quasi Sterne Street Food.

Das Bizarre ist, wir essen in Berlin seit Jahrzehnten Street Food. Döner, Currywurst, Pommes, Falafel… Alles Street Food im besten Sinne. Auf der Strasse gekauft, auf der Strasse gegessen. Aber das neue Street Food ist anders. Es hat den Hauch der grossen weiten Welt, es erinnert uns an die Strassen von San Francisco, an die Märkte in Hanoi, an den Strand auf Ko Samui, an die Strassenverkäufer in Mumbai, an die Parilladas in Argentinien, an die kleinen Boote auf dem Ton Le Sap. Es duftet nach Reise und Urlaub und es schürt unser globales Backpacker-Lonely Planet Fernweh.

Die neuen Street Food Verkäufer sind keine Berliner Damen vom Grill, keine Türken, keine Libanesen und keine DDR Vietnamesen. Es sind globalisierte Expats und internationale Hipster die uns die Erinnerungen an den Geschmack ihrer Heimat oder ihrer Reisen verkaufen. Ihre Verkaufsstellen sind so mobil wie sie selbst: Marktstände, Food Trucks und Pop up Venues. Die wenigsten sind gelernte Köche, die meisten sind nach Berlin gekommen, weil es hier irgendwie cool ist und wollten eigentlich auch was ganz anderes hier machen. Musik oder Kunst oder Design oder einfach nur arbeiten oder eben nicht. Deutschkenntnisse sind nicht so wichtig. Mindestens die Hälfte der Kundschaft spricht auch keins. Und wenn ein australischer Burgerverkäufer kein Deutsch spricht ist es auch viel charmanter als ein türkischer Dönerverkäufer der kein Deutsch spricht.

Oh jetzt hat es hier so einen leicht kritischen Hauch rein geweht. Der soll aber nur so am Rande bleiben. Weil es jetzt Expats und Berlin Visitors gibt und das was anderes ist als Ausländer oder gar Asylanten. Ich bin mir sicher, dass viele syrische (nur so als Beispiel) Flüchtlinge auch geiles Street Food machen könnten. Aber die kriegen gar nicht die Chance dazu.

Eigentlich wollte ich meine Liebe zu Street Food kundtun. Ich esse Street Food wo ich es kriegen kann, egal ob bei einem der Street Food Events, bei den Thai Frauen in Wilmersdorf, bei der Currywurstbude in Kreuzberg, bei den Libanesen in Moabit oder meinem Lieblingsdöner am Kotti. Ich freue mich über jeden neuen Anbieter. Und werde berichten.

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Ein Kommentar

  1. mangoseele · August 27, 2013

    Den Bite Club auf der Hoppetosse kannte ich noch gar nicht! Die Markthalle Neun ist ein wunderbarer Ort, egal ob zum Street Food Thursday, zum Mark am Freitag oder Samstag oder zum Self Made Market.

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