Orangen-Grießkuchen – für Oma gebacken

Eigentlich wäre es viel schöner, wenn im Titel stehen könnte „mit Oma gebacken“. Aber meine Oma ist so klein und zerbrechlich geworden, sie würde wahrscheinlich die Treppe zu meiner Wohnung nichtmal mehr eine Etage hoch schaffen. Leider! Gefragt würde sie natürlich das Gegenteil behaupten. Treppen? Kein Problem. Ganz manchmal vergisst sie, dass sie in einer eigenen Wohnung im 3. Stock gewohnt hat. Dann weiß ich nicht, ob mich das freut oder traurig macht.

Wenn sie nur im Hier und Jetzt lebt, ist Oma jedenfalls deutlich besser gelaunt und ich denke dann manchmal, eigentlich ist das doch am Besten. Nichts mehr wissen, nichts vermissen. Sonst macht sie sich wirklich viele Gedanken: Um ihre Wohnung, die kaputt und in der Werkstatt ist (woher sie das nur hat?). Um ihre Eltern, die jeden Tag aufs neue Sterben können und es manchmal auch tun, weil sie vergisst, dass sie schon lange tot sind. Manchmal muss sie auch dringend zur Beerdigung ihrer Großmutter. Kürzlich hat sie ein niedliches Bild von ihrer weinenden Urenkelin bekommen. Jetzt macht sich Oma Sorgen, weil doch das Kind ständig weint. Zumindest jedes Mal, wenn Oma auf das Foto schaut. Manchmal schreibt sie sich und anderen herzzereissend wirre kleine Zettel und Briefe. Neulich fand ich eine Notiz „ich bin gesund“. Ich sag ja: herzzereissend.

Schrecklicherweise habe ich Oma lange nicht besucht, weil ich an zwei Büchern gleichzeitig gearbeitet habe (dazu bald mehr) und ich habe ein fürchterlich schlechtes Gewissen. Zur Beruhigung desselben backe ich für den Omabesuch einen Kuchen.

Das sehr einfache Ursprungsrezept für diesen sensationell saftig-orangigen Grieß-Kuchen habe ich bei BBC Good foods gefunden. Dort heißt er Moroccan orange & cardamom cake und wird mit Zuckerersatz und ohne Butter gebacken. Weil ich nicht alle Zutaten vorrätig hatte, weil ich Zuckerersatz blöd und Butter toll finde und weil ich nicht wußte, ob Oma Kardamom mag, habe ich das Rezept etwas geändert.

Eine kleine Bemerkung vorab: Ich habe den Kuchen auf einer britischen Rezeptseite gefunden und es Bedarf einer gewissen britishness, um ihn zu mögen. Zumindest sollte man schon in seiner Kindheit auf Bitterorangenmarmelade eingestimmt worden sein, um die feine Bitterkeit des Kuchens, der mit pürierten Orangen gebacken wird, genießen zu können.

2 Bio-Orangen
100 g Rohrzucker
3 Eier
1 Becher Joghurt
250 g Rohrzucker
1 Päckchen guter Vanillezucker
250 g Grieß
100 g Weizenmehl
1 Päckchen Backpulver
100 g Butter
Puderzucker

Die Orangen heiß waschen und in einem kleinen Topf mit Wasser bedeckt ca. 1 Stunde köcheln lassen, bis sie weich sind. (Ich habe hier 100 g Zucker in das Wasser getan, der schöne Nebeneffekt ist ein hausgemachter Orangensirup, den man auch für das Icing nehmen kann).
Die Orangenstielansätze entfernen, Orangen kleinschneiden und komplett mit dem zauberstab pürieren. Das Orangenpüree, Zucker, Vanillezucker, Joghurt und die Eier in einer Schüssel verrühren. Ich habe dazu aus Faulheit weiterhin den Zauberstab genutzt.
Butter schmelzen und abkühlen lassen.
Grieß, Mehl und Backpulver mischen und mit dem Schneebesen unter die Orangenmasse heben, zum Schluss die flüssige, abgekühlte Butter unterrühren. Wenn man den Teig jetzt probiert; ja er schmeckt echt bitter, aber das verklingt tatsächlich nach dem Backen!

Dein Teig in eine mit Backpapier ausgelegte 24er Springform geben und im vorgeheizten Ofen bei 160 G/Gas Stufe 3-4 ca. 1 Stunde backen. Dann auch die Garprobe vertrauen.

Den Kuchen abkühlen lassen und dann mit einer Mischung aus dem Puderzucker und dem Orangensirup glasieren. Mit hat ein reizender Freund Billingtons Puderzucker aus London mitgebracht, da wurde der Kuchen gleich noch britischer!

Das Ergebnis ist ein wunderbar saftiger, duftiger, eher fester Kuchen mit einem unglaublichen, recht bitteren Orangenaroma. Für die Fans von Bitterorangenmarmelade genau das Richtige! Er sieht zugegebenermaßen etwas unspektakulär aus. Ganz klar ein Kuchen der inneren Werte!

Auf dem Weg zu Oma, war ich dann doch etwas aufgeregt. Hoffentlich würde Oma den Kuchen nicht zu bitter finden! Sie ist da ja mittlerweile sehr direkt, wenn ihr etwas nicht schmeckt. Neulich habe ich ihr selbst gemachte Wasserkefirlimonade mitgebracht, die tatsächlich sagen wir mal etwas lasch war. Omas Kommentar oder war es eher eine Empfehlung: Könnte ein bisschen besser schmecken. Der Orangenkuchen hat ihr aber sehr gut geschmeckt, jedenfalls hat sie davon recht viel gegessen (merke: auch kleine Omas können Unmengen an Kuchen verdrücken) und gesagt: Dieser Kuchen hat seinen eigenen Geschmack. Wie wahr!

Mehr von Oma:
Oma auf dem Markt: https://berlintidbits.wordpress.com/2015/01/03/spaziergang-uber-den-markt-am-sudstern-mit-oma/
Oma kocht Marmelade: https://berlintidbits.wordpress.com/2014/05/31/rhabarberkonfiture-mit-vanille-mit-himbeeren-und-mit-oma/

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Grießkuchen mit Quarkcreme, Johannisbeeren und Schafgarbenblütenzucker

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Das ist der wirklich einfachste Kuchen der Welt. Dank der Johannisbeeren bekommt er einen eleganten Charakter und Dank des Schafgarbenblütenzuckers den derzeit notwendigen Hauch Lokalexotik. So wie es aussieht, kommt der Kuchen sogar ins Fernsehn! In einem Bericht über Thomas Greb und unseren Speisenklub Neukölln.
(ich berichtete: https://berlintidbits.wordpress.com/2013/07/24/nose-to-tail-menu-vom-speisenklub-neukolln/)

Auf vielfachen Wunsch seiner jetzt schon zahlreichen Fans hier das Rezept:

500 g Hartweizengrieß
500 g Naturjoghurt 3,5 %
300 g Zucker
6 Eier
80 g Butter
1 Päckchen Backpulver

300 g Johannisbeeren
250 g Sahnequark
250 g Schmand
100 g Zucker

5 große Schafgarbenblüten
1 Tasse Zucker

Die Butter schmelzen und leicht abkühlen lassen. Backofen auf 200 Grad vorheizen. Butter, Joghurt, Zucker und Eier cremig schlagen. Grieß mit Backpulver mischen und einrühren. Flüssige Butter einrühren.

Den Teig in eine gefettete runde Springform (eckig ist der Kuchen aber auch sehr schick) geben und im vorgeheizten Backofen ca. 40 min backen. Mit einem Messer die Garprobe machen! Den Kuchen auskühlen lassen.

Aus dem Quark, Schmand und Zucker eine dicke Creme rühren. Den Kuchenboden waagerecht mit einem langen Messer halbieren, die untere Hälfte mit einem teil der Quarkreme bestreichen, die andere Kuchenhälfte wieder drauf setzen und den Kuchen komplett mit der Creme einstreichen.

Dekorativ mit einzelnen Johannisbeeren und Johannisbeerrispen belegen und mit Schafgarbenblütenzucker bestreuen.

In einem schon etwas älteren Blog erkläre ich, was Schafgarbe ist, wie sie aussieht und wie man den Blütenzucker macht:
https://berlintidbits.wordpress.com/2010/08/27/schafgarbe
Ich wiederhole kurz denn es ist ja so einfach: Man mischt die vom Stengel abgeschnittenen Blüten mit dem Zucker und lässt die Mischung 10 min ziehen. Fertig. Der Zucker schmeckt wie süsse Wiese und passt nicht nur zu Kuchen, sondern auch zu Eis ganz hervorragend.

Schafgarbe ist übrigens als Heilkraut für Beschwerden im Bauchbereich recht beliebt. Ich hab‘s noch nicht ausprobiert aber ein Tee aus den Blättern soll bei Magen/Darmbeschwerden und bei den sog. Frauenleiden wirkungsvoll helfen!

Das Blitz-Burgerbrötchen – einfach schnell, einfach gut!

Manchmal muss es einfach sein. Mich packt ein unaussprechliches Verlangen und dann bin ich verloren. Früher musste ich meine spontane Begierde an dunklen Orten stillen. Mittlerweile habe ich mich besser im Griff und bin vorbereitet. Jetzt kann ich es zu Hause tun. Wenn es über mich kommt (meistens sonntags), öffne ich den Tiefkühlschrank und hole sie raus. Die Burger-Patties aus Salzwiesenfleisch von der Insel Öhe. www.insel-oehe.de Ich hab sogar die Wahl: Rind oder Schnucke. (Bestimmt ohne Pferd. Obwohl, wenn das Pferd auch auf den Salzwiesen gegrast hätte, würde mich das nicht stören.) Mit den Patties bevorrate ich mich bei Frischeparadies Lindenberg. Ein paar Salatzutaten, Käse und Jalapeños habe ich meistens im Haus. Bleiben nur noch die Brötchen. Die sind sehr, sehr wichtig. Ich hasse weichliche, weisse Brötchen die sich schon beim bestreichen mit der ersten Sauce in Matsch auflösen. Zu einem guten Burgerfleisch gehört ein ebenso gutes Brötchen. Sonst verzichte ich lieber. D.h. ich esse meinen Burger eben ohne Brötchen.

Aber mittlerweile bin ich auf Blitzbacken spezialisiert und habe das einfachste und schnellste Rezept unter der Sonne. Der Hefeteig braucht aber zwischenzeitlich zweimal mindestens eine halbe Stunde zum Gehen und 15-20 min zum Backen. Das sollte man schon einkalkulieren.

Rezept für 6- 8 Brötchen:

250 g Weizenmehl 

250 g Dinkel-Vollkornmehl

1 Päckchen Trockenhefe

125 ml Wasser

125 ml Milch

1 Ei

2 Essl. neutrales Pflanzenöl

1 Tl. Salz

1 Tl. Zucker

1 Eigelb

1 Essl Milch

weißer und evtl. schwarzer Sesam zum Bestreuen (oder Mohn)

 

Das Mehl gebe ich in eine Schüssel, zusammen mit dem Zucker und der Trockenhefe. Mit den Mehlsorten kann man nach Gusto spielen. Oder man nimmt einfach was da ist. Insgesamt braucht man 500 g Mehrl. Maismehl ist z.B. toll (aber davon nur 100 g nehmen).

In einen Messbecher gebe ich die Milch und fülle sie mit recht warmen Wasser aus der Leitung auf. Die Mischung sollte gut lauwarm sein. Das Ei in die Mischung geben (äh ohne Schale versteht sich), damit es auch noch ein bisschen wärmer wird. Dann diese Mischung mit den Knethaken des Handrührgeräts mit dem Mehl verkneten. Das gibt einen ziemlich feuchten noch leicht klebrigen Teig. Den forme ich mit den Händen zu einer Kugel und öle ihn rundherum mit dem Pflanzenöl ein. Den Teig mit einem sauberen Tuch bedecken und an einem warmen Ort mindestens eine halbe Stunde gehen lassen. Dann hat er Bläschen gebildet und sich verdoppelt.

Den Teig aus der Schüssel nehmen, das Salz dazugeben und mit etwas Mehl feste auf dem Tisch kneten, bis die Bläschen wieder draussen sind. Den Teig flachdrücken bis er ca 4cm hoch ist. Dann mit einer runden Form oder einem runden Glas (5-6 cm Durchmesser) Brötchen ausstechen. Teigreste neu verkneten und komplett verarbeiten.

Die Brötchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backbleche legen und wieder mit einem sauberen Tuch bedecken und an einem warmen Ort mindestens eine halbe Stunde gehen lassen.

Den Ofen auf 200 Grad gut vorheizen. In einem Schüsselchen das Eigelb mit der Milch verkläppern. Die Brötchen mit einem Backpinsel damit bestreichen und mit Sesam bestreuen.

Im Ofen ca 15-20 min backen. Die Brötchen sind dann fertig, wenn sie sich beim anheben recht leicht anfühlen. Klopft man auf die Unterseite, sollte es sich hohl anhören. Im Zweifel eines der Brötchen quer anschneiden und mit dem Finger testen, ob der Teig noch feucht ist. (Vorsicht heiß).

Die Brötchen halten sich im Kühlschrank zwei Tage. Dann kurz toasten oder aufbacken. Oder restliche Brötchen einfrieren. Beim nächtsen Burger-Anfall gehts dann noch schneller!

 

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The day after – nicht ohne meine Lieblingspizza

Um nicht ganz unvorbereitet ins neue Jahr zu gehen, habe ich mich ganz bewußt den Nachwirkungen eines Sylvester Warm-ups ausgesetzt und habe festgestellt; viel schlimmer kanns am 1. Januar auch nicht werden.

Diese unglaublich vorausschauende Herangehensweise hat mir nicht nur den festen Vorsatz eingebracht, im neuen Jahr mindestens ebenso vorausschauend weiterzumachen, nein, sie hat mir auch ermöglicht, eine meiner Lebensweisheiten aufs Neue und Schönste zu bestätigen: Kater und/oder Weltschmerz ist/sind am Besten mit einer salzigen und/oder scharfen Pizza zu kurieren. Manchmal klappt das auch bei Liebeskummer. Aber nicht bei allen Menschen. Es gibt welche, die brauchen in dem Fall Schokolade (ich nicht).

Einige von euch werden diese Erfahrung auch schon gemacht haben. Ihr könnt von mir aus aber trotzdem weiterlesen, um Pizzarezepte und Pizzavorlieben zu vergleichen. Für die anderen schreibe ich diesen Blog. Noch ist Zeit. Noch könnt ihr Trockenhefe einkaufen gehen. Das ist nämlich das einzige was man im Bevorratungs-Notfall nicht an der Tanke oder im Späti bekommt. Oder beim Nachbarn. Wenn ihr aber am 1. Januar das Haus überhaupt nicht verlassen wollt und das Sofa auch nur um die Pizza zu backen, solltet ihr folgendes im Haus haben (für 2 Backbleche Pizza):

600 g Mehl (Weizenmehl kann man auch mal mischen, ich hatte gerade noch etwas Vollkorn-Dinkelmehl da habe ich halbe halbe gemacht, das Ergebnis ist kräftig und irgendwie nussig)

1 Päckchen Trockenhefe

1 Dose Tomaten (ich bevorzuge gestückelte Pizzatomaten, aber jede andere Form von Dosentomaten tuts auch, nur bloss keine vorgewürzten!! Frische Tomaten nehme ich nur im Sommer, wenn Geschmack drin ist)

Was auch immer ihr an Belag mögt, ich empfehle scharf, salzig und ein bisschen trashig. Scharfe Salami ist toll. Anchovis sind ein Traum. Thunfisch darf ich leider nicht mehr essen, wegen der Überfischung hat meine Schwester gesagt. Da wird mir aber ganz wehmütig… 

Käse (Natürlich ist Mozzarella der Klassiker, aber heimlich stehe ich auf anderen Käse auf meiner Pizza, Ziegenkäse steht ganz oben auf der Liste, Parmesan ist schön pikant. Oder ein toll schmelzender Bergkäse. Oder Gorgonzola…Oder was auch immer im Kühlschrank ist. An der Tanke wiederum gibts oft nur Scheibletten. Die werden extrem trashig, aber bitte, bevor man gar keinen Käse drauf macht?)

Salz, Pfeffer, Olivenöl (oder anderes Öl, was gerade da ist)

In eine große Schüssel gibt man 500 g Mehl (100g hebt man zum Teigausrollen auf) und die Trockenhefe. In einem Messbecher misst man 250 ml lauwarmes Wasser ab und giesst es während man rührt nach und nach zum Mehl. Man rührt entweder mit einer Gabel oder mit den Knethaken vom Handrührgerät. Da jede Mehlsorte anders klebt, nie das Ganze Wasser auf einmal zum Mehl gießen. Manchmal braucht man nicht alles. Und wenns drin ist ist es drin. Manchmal braucht man auch mehr. Der Teig sollte gleichmässig feucht und zäh sein und nur gerade so an den Händen kleben. Wenn man ihn mit den Händen zu einer Kugel formen und kneten kann, ohne dass er komplett an den Fingern klebt ist er richtig. Andernfalls noch etwas Mehl dazugeben bis er nicht mehr an den Fingern klebt. Den Teig in eine Schüssel geben, mit 2-3 Essl Olivenöl begießen, den Teig in der Schüssel so drehen, dass er von allen Seiten mit Olivenöl bedeckt ist. Mit einem Handtuch abdecken und mindestens 1/2 Stunde gehen lassen. Wenn man zwischendurch auf dem Sofa wieder einschläft macht es nix.

Gehen lassen bei Hefeteigen hört sich trauriger an als es ist und heisst nur, dass man der Hefe zeigt gibt Bläschen zu bilden und den Teig mindestens zu verdoppeln. Das macht die Hefe am liebsten an einem warmen Ort.

In der Zwischenzeit kann man den Käse schneiden oder reiben und die anderen Zutaten vorbereiten. Die Pizzatomaten in einer Schale ordentlich mit Salz und Pfeffer würzen. Nach Gusto auch mit Knoblauch und Chili. Je salziger und schärfer die Pizza, desto schneller ist der Kater weder weg, versprochen!

Auf den verdoppelten Teig gibt man zwei Esslöffel Salz (viel Salz ist wichtig! sonst schmeckt der Teig fad und ruiniert die Pizza) und verknetet das Salz und den Rest Olivenöl. Das geht am Besten mit den Händen. Der Teig sollte nur wenig bis gar nicht kleben. Man kann ihn jetztnochmal gehen lassen, muss aber nicht…

Jetzt ganz wichtig: DEN OFEN SO HEIß WIE MÖGLICH STELLEN! Knusprig wird die Pizza nur in einem ganz heißen Ofen. Denkt dran, da wo die Pizza her kommt, wird sie in einen heißen Lehmofen geschoben, an die heiße Glut. Da kann euer Ofen gut auf 250 Grad vorgeheizt sein. Die Pizza auch immer nur in den ganz aufgeheizten Ofen schieben. Wenn der Ofen nur lauwarm ist, geht der Pizzateig erstmal nur auf und backt nicht. Das heißt er wird dick und weich. BRRR nur was für Fans der amerikanischen Pizza.

Das ausgesuchte Backblech mit Öl einschmieren, den Teig auf Mehl und mit Mehl und mit einem Teigroller oder einer Weinflasche auf eine passende Größe DÜNN ausrollen und auf das Backblech legen.

Dann beginnt der Spaß des Belegens! Erst den Teig mit Tomatensoße bestreichen und dabei einen Rand lassen. Und dann geht wirklich fast alles was ihr im Kühlschrank habt. Ich hab auch schonmal eine Chili-Hühnchen-Cheddar Pizza gemacht und sie war großartig!

Heute gibts

Artischocken-Schinken-Anchovis-Parmesan

Lammhack-Jalapeños-Oliven-Schafskäse

 

Auch sehr zu empfehlen:

Rauchspeck-Zwiebel-Raclette

Pikanter Emmentaler-gekochter Schinken-Thymian

Scharfe Salami oder Chorizo -Oliven-Anchovis-Mozzarella

 

Die Pizza in den sehr heißen Ofen schieben. Ca 12-18 min backen bis der Teig knusprig, der Käse geschmolzen und insgesamt die gewünschte „Bräunung“ erreicht ist.

 

Guten Rutsch und denkt dran: ein guter Kater ist eine gute Ausrede für eine gute Pizza. Lasst ihn nicht ungenutzt vorbeiziehen!! Holt das Meiste raus!!!!!

 

 

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Tarte Tatin mit Kürbis und Thymian

Sonnige Herbsttage mit dann doch noch regnerischen Abenden sind wie geschaffen dafür, Freunde zum Abendessen einzuladen. Morgens am Kanal laufen und Kaffee trinken (in der Sonne), mittags noch schnell beim Flowmarkt im Prinzessinengarten vorbeischauen (es fängt an sich zu Bewölken) und nachmittags sehr gemütlich anfangen zu Kochen (der Himmel ist schon grau).

 

Bekanntlich steigt mit sinkenden Temperaturen das Verlangen nach Süssem. Sprich nach Nachtisch! Und zwar einem ordentlichen. Nicht nur so ein leichter Obst Schnick-Schnack. Schokolade muss noch nicht sein, dazu ist es doch noch nicht kalt genug. Aber ein gehaltvoller Obst Schnick-Schnack, der ist richtig!

In Frankreich hat man ja die Tarte Tatin erfunden und dafür sollte man den Franzosen ewig dankbar sein. Die Kombination von karamellisierten Äpfeln und buttrigem Teig ist wirklich perfekt auf die herbstlich eingestimmten Geschmacksknospen ausgerichtet. Und der Gedanke an ein bisschen Hüftgold ist im goldenen Herbst auch nicht mehr so abwegig. 

Nun überkommt mich während ich die Zutaten zusamensuche und die schönen frischen extra eingekauften Äpfel wasche, ein unwiderstehliches Verlangen originell zu sein. Diese Wirkung haben klassische Rezepte ganz oft auf mich. Ich kann es nicht ändern. Hilflos lege ich die Äpfel beiseite und fange an den Kürbis zu schälen. Der war zwar für was anderes gedacht aber unser Schicksal ist besiegelt. Wir werden eine Kürbis Tarte Tatin. Mit Thymian.

 

Zutaten:

Für dem Karamell-Kürbis

1 mittelgroßer geschmackvoller Kürbis z.B. Hokkaido

200 g Zucker

100 g Buttter

3 Zweige frischer Thymian

Ofen auf 200 Grad vorheizen. 

Den Kürbis schälen, entkernen und in fingerdicke Scheiben schneiden. Damit so dicht wie möglich den Boden einer gebutterten flachen Tarte-Backform (26 cm) belegen. Evtl. ein bisschen Schichten. In einer großen Pfanne den Zucker erhitzen und unter ständiger Aufsicht zum schmelzen bringen. Vorsicht Verdunkelungsgefahr! Wenn der Zucker dunkelbraun wird, stinkt er und schmeckt scheußlich angebrannt. Sobald der Zucker witesgehend geschmolzen und hellbraun ist die Butter einrühren und alles kurz zu einer hellbraunen Karamellmasse einkochen lassen. Rühren!

Den Karamell gleichmäßig über den Kürbis gießen. Über alles die Thymianblättchen zupfen. Die Form in den Ofen schieben und den Kürbis ca 30 min backen. Der Kürbis gibt seinen Saft in das Karamell ab und die Flüssigkeit blubbert vor sich hin und kocht ein. Zwischendurch mal checken, daß das Ganze nicht zu braun wird. Der Kürbis sollte nicht zerfallen. Nur ganz weich werden. Dann rausnehmen und abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit den Teig zubereiten. Oder vorher schon, der Teig kann gut einen Tag im Kühlschrank lagern.

Zutaten für den Teig:

200 g Weizenmehl

100 g geriebene Mandeln

150 g kalte Butter

100 g Rohrohrzucker

1 Ei

2-3 Essl. kaltes Wasser

Mehl, Zucker und Mandeln in einer passend grosse Schüssel mischen. Die kalte Butter in kleine Stückchen schneiden und zum  Mehl geben. Die Butter sollte während der Verarbeitung so wenig wie möglich schmelzen, dann wird der Teig knuspriger. Ich hacke sie noch ein bisschen mit zwei Messern im Mehl klein und gebe dann das Ei dazu. Mit den Knethaken vom Handrührgerät bearbeitet wird der Teig erstmal krümelig. Dann kommt das kalte Wasser dazu und ich verknete alles mit den Händen schnell zu einer Kugel. Den Teig nicht lange kneten! Die Teigkugel kommt in Folie eingewickelt für eine halbe Stunde mindestens in den Kühlschrank.

Den kalten Teig auf so wenig Mehl wir möglich passend zur Backform ca 1 cm dick ausrollen und vorsichtig auf den Kürbis in der Backform heben. Evtl überstehende Ränder passend abschneiden und dann zart an den unteren Formrand andrücken.

Die Tarte nochmal eine halbe Stunde backen bis der Boden leicht gebräunt und knusprig ist. Dann aus dem Ofen nehmen, den Rand mit einem Messer ablösen und die Tarte ca 10 min abkühlen lassen. Ist das Karamell beim Stürzen zu heiß, kann das wehtun! Ist es zu kalt, löst sich der Kuchen nicht mehr so richtig von der Form!

Die Tarte schwungvoll und mutig auf einen passend großen Teller stürzen.

Mit Creme fraiche oder auch ohne servieren. Am besten noch lauwarm.

 

Das restliche Menü:

Maissuppe mit Blutwurst und Miesmuscheln

Wildschweinragout mit Steinpilzrisotto

 

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i did it! – my first barbie cake

endlich habe ich einen anlass gefunden, um mich an den ultimativen mädchentraum zu wagen; einen barbiekuchen!

meine kleine freundin lena, mit der ich sommer schon holunderbeerensammeln im burgenland war (s. Holunderbeerensemifrust aus dem August)), ist der jüngste mir bekannte fan von berlin tidbits. seit meinem post über den in prag gesehenen barbiekuchen, wünscht sie sich so einen zum geburtstag und an diesem wochendende wurde der traum für uns beide wahr!

man kann ja über barbies extrem geteilter meinung sein. falsches frauenbild, in dritteweltländern von kindern produziertes plastikspielzeug, konsumverherrlichendes weltbild etc etc… auch ich musste mir als kind meine barbie hart erkämpfen, diese puppe passte defintiv nicht in das erziehungsbild meiner eltern, die mich im zweifel lieber auf bäumen kletternd, ein buch lesend oder umringt von pädagogisch wertvollem spielzeug sahen. aber ich wollte auch eine barbie haben und teil der bunten grosbusigen glitzerwelt werden, um die ich meine freundinnen mit weniger pädagogisch bewussten eltern so beneidete. einige hatten sogar einen ken! gipfel des glücks! obwohl das barbiepferd stand glaub ich im ranking immer vor ken. was sagt uns das jetzt. (zumal ich ja auch pferdefleisch esse) 

schlussendlich entnervt erlaubten meine geplagten eltern  meiner süddeutschen oma mir eine barbie zu schenken, um dem drama ein ende zu bereiten. meine oma hatte ich für dieses geschenk natürlich nochmal so lieb. zumal sie als schneiderin auch noch in der lage war, mir die entzückendsten abendkleider für die puppe und traumhafte partneroutfits für uns beidezu nähen (oh gott wie peinlich). im wettbewerb um die gunst der enkelin schenkte mir meine norddeutsche oma dann eine ultrateure und wunderschöne käthekrusepuppe. die wollte ich auch gerne haben und ich hatte (habe, denn sie lebt erfreulicherweise noch) (die oma meine ich, die puppe aber auch) auch diese oma gleich nochmal so lieb. aber ehrlicherweise konnte man mit der barbie (und mit dem ken, nicht mit dem pferd) viel interessantere sachen spielen, für die sich wunderschöne käthekrusepuppen gar nicht so eigneten.

angesichts der wichtigen aufgabe lena an ihrem geburtstag glücklich zu machen, durfte ich also in die barbiepuppenabteilung vom karstadt am hermannplatz. zwar hatte mir ihre mutter, eine meiner reizenden freundinnen aus wien, eine bereits vorhandene barbie von lena zur kuchennutzung vorbeigebracht, aber ich beschloss unter dem vorwand ganz gründlich vorzugehen, mir einen blick in die aktuelle barbiepuppenwelt zu gönnen.was soll ich sagen?? beinahe hätte ich mir die köchin-barbie in ihrer sexy figurbetonten kochjacke mit der mini kitchenaid in rosa gekauft. aber nur beinahe. statt dessen erwarb ich eine ballerina barbie, die den vorteil hat, in einem bereits aufgetragenem maillot zu stecken. da muss man sich über die verzierung der brüste nicht so viele gedanken machen. dann erwarb ich noch eine panettoneform mit faltenwurf für das kleid, zuckergussblumen, lebensmittelfarben und silberzuckerperlen. erfreulich was es im tortendekobereich alles so gibt heutzutage. die biozutaten für den kuchen (dioxin! eier!) hatte ich schon im biosupermarkt meines vertrauens eingekauft.

am vorabend des geburtstags habe ich die doppelte menge eines spongecakes zubereitet und auf drei formen verteilt, eine kleine springkuchenform, die panettoneform und eine flanform. die kuchen konnten dann über nacht auskühlen. am nächsten morgen habe ich die böden in form und waagerecht in so viele scheiben wie ging geschnitten. die habe ich mit erdbeermarmelade bestrichen und wieder zusammengesetzt, zur grundform des rockes. um torten zu verzieren mache ich eigentlich immer eine creme aus butter und philadelphia, die mit viel puderzucker cremig gerührt wird. desmal hatte ich aber ein biofrischkäse, der sich gar nicht cremig verbinden wollte und obendrein wässrig verlief. der barbiekuchentraum drohte zum albtraum zu werden!

aber es kam noch schlimmer! das päckchen lebensmittelfarben versprach eine blaue, eine rote, eine gelbe und eine grüne tube. es waren aber zwei gelbe und zwei grüne tuben drin! langsam dämmerte mir: ein perfider mensch muss die tuben ausgetauscht haben, weil er nur rot und blau haben wollte!!! und ich hatte also nur gün und gelb, die ich auch nicht haben wollte! geplatzt war mein traum von einem rosa kleid für meine rosa ballerinabarbie. denn zeit für den kauf anderer farben hatte ich nicht mehr. der kuchen sollte in einer stunde abgeholt werden und ich hatte mit den verzierungen ja noch gar nicht angefangen. ohgott! was sind das für menschen die lebensmittelfarben austauschen und das unglück eines kleinen mädchens riskieren?

gottseidank kam mir meine reizende israelische mitbewohnerin zur hilfe, die ja immerhin kunst studieren will, sobald sie deutsch kann. wir einigten uns auf ein pastellgelben rock (wie bei belle!!). dieses problem überwunden, musste ich nur (!) noch mit der wässrigen biofrischkäsecreme kämpfen. an hübsche tupfer aus der sterntülle war nicht zu denken!!! nach einem kurzen nervenzusammenbruch mit kaffeebehandlung gaben wir unser bestes. meine reizende mitbewohnerin wusste auch, dass in kinderaugen alles viel toller aussieht. damit hat sie mich getröstet, während ich am kuchen rumspachtelte und mit kaffeezittrigen fingern die deko aufbrachte.  dann gab es noch eine kurzen herzinfarkt, weil die ballerinabarbie auf ihren zehenspitzen größer war, als die barbie mit der ich das ganze abgemessen hatte. gottseidank konnten wir ihren vom kuchen unbedeckten po mit dem tutu verhüllen!

am ende waren wir aber ziemlich stolz.. und lena war glücklich. ein barbiehappyend!

ps meine reizende mitbewohnerin wünscht sich nun zu ihrem geburtstag einen babuschka-kuchen..

 

 

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scones zum frühstück

betrüblicherweise ist heute mein schöner österreichurlaub zu ende. erfreulicherweise habe ich ganz viele einladungen erhalten, so dass ich bald wiederkommen kann! um in guter erinnerung zu bleiben und weil eine meiner reizenden gastgeberinnen geburtstag hat, habe ich nach meinem ultimativen geheimrezept scones gebacken. das sind diese fluffigen englischen milchbrötchen die der brite mit dick clotted cream und erdbeerkonfitüre drauf zu sich nimmt. allerdings zum nachmittagstee und nicht zum frühstück. wir waren da flexibel, zeitlich und auch sonst denn wir hatten nur butter und apfel holunderkonfitüre. das kam aber trotzdem so gut an, das es mit der geheimhaltung des rezeptes vorbei ist! ja nun hier ist es halt:

1 kg mehl bis auf einen kleinen rest ineine schüssel geben, 2 päckchen backpulver, je 1 prise salz und zucker dazu und alles mit 250 g weicher butter sehr sehr gut verkneten bis man eine feinbröselige mischung hat. das geht mit den händen am besten. je nach grösse mengt man 2 bis 3 eier darunter. dadurch erhält man gröbere brösel. mit einem grossen holzlöffel mischt man 200 ml buttermilch in die bröselmasse so dass noch gröbere brösel entstehen. der teig wird weder geknetet noch gut durchgerührt sondern mit mehligen händen zusammengedrückt bis er zusammenklumpt. für die spätere fluffigkeit ist es wichtig, das der teig nicht glatt ist! er soll nur gerade so zusammenhalten. mit dem rest mehl bestäubt man die arbeitsfläche, auf die man den teig gibt und mit gefühl plattdrückt bis er gleichmässig ca 5 cm hoch ist. unregelmässigkeiten in der oberfläche spielen keine rolle. dann sticht man die scones aus. dazu nehme ich immer ein ramazotti glas das hat den richtigen durchmesser. wahrscheinlich 6 cm. mit einem anderen glas werden sie eben grösser oder kleiner. die enstehenden teigreste drückt man wieder zusammen und sticht weiter scones aus, bis kein teigmehr da ist. die scones gibt man auf ein gefettetes backblech und backt sie im vorgeheitzten ofen bei 250 grad. ca 18 min bis sie goldbraun sind.

das rezept kann man einfach abwandeln zb durch verschiedene mehlsorten. ich habe heute mehr zucker genommen und die scones auch noch mit zucker vor dem backen bestreut. das gibt eine leckere kruste!

Foto