Spaziergang über den Markt am Südstern – mit Oma!

Liebe Freunde der Märkte und des herbstlichen Sonnenscheins,
bei einer kleinen neujahresbedingten Aufräumaktion ist mir dieser unveröffentlichte Beitrag in die Hände gefallen. Warum ich nie auf publizieren gedrückt habe? Man weiss es nicht. Eigentlich ist in dem Beitrag alles vorhanden, um die Leserherzen zu erfreuen: Herbstsonne, gute Laune, ein schöner Markt, Kartoffelpuffer und Oma!

An einem dieser wunderbar sonnigen Herbstwochenenden aus dem mittlerweile vergangenen Jahr haben der Onkel und ich die Oma aus dem Heim entführt und sind mit ihr über den sympathischen Markt am Südstern gelaufen. Das war eine so gute Idee, dass ich mich fast schon geschämt habe, dass sie mir nicht schon vorher eingefallen ist. In Wolfenbüttel ist Oma schließlich ein bis zweimal wöchentlich bei Wind und Wetter zum Markt am Rathaus gelaufen, starrsinnig aber bewundernswert, den Rollator (gegen den sie sich so lange gewehrt hat) über Bordsteinkanten und Kopfsteinpflaster bugsierend.

Oma hat das Angebot auf dem Markt am Südstern naturgemäß sehr kritisch inspiziert. Man ist ja irgendwie vom Fach. Mittlerweile nimmt sie auch echt kein Blatt mehr vor den Mund, wenn ihr etwas nicht gefällt. Und wenn ihr etwas nicht schmeckt, wird es manchmal einfach ausgespuckt. Da ist man schon froh, wenn das nicht allzu häufig passiert…

Wir haben beim Bauern kleine grüne und rote Äpfel gekauft und harte Birnen (Die sind gut für Braunkohl, sagt Oma) begutachtet. Vom Stand mit dem Rohmilchkäse haben wir sie gar nicht mehr weggekriegt. Ach wie das duftet, sagte Oma immer wieder und hat noch ein kleines Stück Käse probieren dürfen. Dass man an einem Marktstand auch Wein probieren und kaufen kann, fand sie erst etwas komisch (mein Onkel und ich nicht so…), aber der Grauburgunder von Matthias Gaul aus der Pfalz hat ihr dann auch geschmeckt. Dann haben wir noch das gute Brot bei Soluna gekauft und nebenan Salami, mein Onkel hat eines dieser höllisch scharfen vietnamesischen Messer erstanden und ich bin währenddessen mit Oma zu den Dollen Knollen Kartoffelpuffer bestellen. Zwei Stück mit Lachs habe ich geordert, Oma auf die Bank in die Sonne gesetzt und bin dann zurück zum Weinstand gelaufen. Ein Gläschen Weißwein holen. Als ich zurückkam guckten Onkel und Oma sehr, sehr unschuldig, von den Puffern keine Spur, nirgends. Da habe ich noch mal zwei mit Quark bestellt. Und dann noch mal zwei mit Apfelmus. Verrückt wie viele Kartoffelpuffer man essen kann, wenn diese gut sind.

Zum Abschluss ist Oma sogar noch UBahn gefahren. Zum ersten Mal im Leben mit 95 Jahren. Der Hermannplatz war wegen irgendwas gesperrt und es kam einfach kein Taxi. Das macht sie aber nicht noch mal,hat Oma gesagt.

Den Markt am Südstern gibt es seit ungefähr zwei Jahren:

http://www.diemarktplaner.de/
http://www.traubenreich.eu/weißwein/matthias-gaul-grauburgunder/#cc-m-product-7389529293
http://www.peppikaese.de/kaese/maerkte.htm
http://www.diedollenknollen.eu/

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Burgers and HipHop – we are loving it!

Jetzt ist es offiziell: Burger und HipHop sind eine richtig gute Kombination! Diese wunderbare Erkenntnis haben wir dem neuen Berliner Veranstalter Imbiss Republik zu verdanken, der am Samstag im Prince Charles in Kreuzberg die gleichnamige Party organisiert hat. Die Idee ist, wie alle guten Ideen, gleichzeitig einfach und genial: Man kombiniere in einem Berliner Klub gutes Fast Food mit guter Musik und heraus kommt: EINE SEHR GUTE PARTY!

Gleich sieben der beliebtesten Street Food Verkäufer vom Street Food Thursday boten im Prince Charles ihre „Fleisch im Brötchen“ Kombinationen an. Darunter so beliebte Street Food Größen wie Big Stuff BBQ, Bao Buns und Mogg & Melzer. Wie hat Imbiss Republik das geschafft? Ganz einfach! Hinter Imbiss Republik steckt Kavita Goodstar höchstpersönlich, die umtriebige und im besten Sinne geschmackssichere Erfinderin des Street Food Thursdays!

Offensichtlich steht Kavita nicht nur auf gutes Street Food, sondern auch auf HipHop. Deswegen wird nicht nur gegessen, sondern auch getanzt! Um neun Uhr abends ist die Tanzfläche vom Prince Charles gerappelt voll. Wirklich! Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal abends um neun getanzt habe. In der Kinderdisco? Im Prince Charles geht es jedenfalls ab. „Wave your buns in the air, like you just don’t care“ ist tatsächlich nicht umsonst das Motto der Veranstaltung.

Eine Sache ist mir allerdings nicht ganz klar geworden: Warum war beim Stand von Kimchi Princess ständig eine Schlange und bei den anderen Anbietern nicht? Meine Lieblinge sind eigentlich Big Stuff BBQ mit ihrem unschlagbaren gesmokten Fleisch und Mogg & Melzer, die einen wahnsinnig schlonzigen Pastrami-Sandwich machen. Aber um was Neues auszuprobieren, habe ich mir einen mexikanischen Burger gegönnt. Der war gut, insbesondere die Zwiebel-Chorizo Kombination, nur das Brötchen war sehr konventionell.. In die Schlange von Kimchi Princess wollte ich mich nicht stellen. War der Kimchi Princess Burger wirklich so gut??? Oder war die Schlange am Stand eher aus einem Herdentrieb der Besucher zu erklären? Any clues anyone?

P.S: Bin gespannt auf neue Veranstaltungen von Imbiss Republik!

In Berlin rollen die Food-Trucks! Besuch beim Buns Mobile

Street Food rules! Ein schöner Sommer ist auch deswegen schön, weil man in der Mittagspause bei Sonnenschein auf sein Rad steigen möchte, um die kulinarische Umgebung zu erkunden. Obendrein ist in diesem Sommer die kulinarische Umgebung in Berlin besonders schön. Und vielfältig! Und mobil! Die Street Food Trucks sind aus USA nach Berlin geschwappt und versorgen uns mit einem internationalen Speisenangebot. Tapas, Pies, Tacos, Wraps, Kimchi, Tortillas, Hot Dogs und immer wieder die heimlichen Stars: Burger in allen Variationen!

Wohl wissend, dass ich mir für diese Woche nix als Rohkost vorgenommen habe, bin ich letzte Woche noch mal so richtig Burger essen gegangen. Ich gebe zu das ist ein bisschen schräg. Ich hatte mal eine Freundin, die war ziemlich diätbesessen. Am Vorabend jeder Diät hat sie in unserer Lieblingseisdiele einen riesigen Banana Split mit doppelt Sahne und Schokoladensauce gegessen. Manchmal hatte ich den Eindruck, sie macht die Diäten nur, um den Banana Split ohne schlechtes Gewissen essen zu können.

Jedenfalls habe ich die RAW Woche nicht deswegen geplant, um noch mal vorher ohne schlechtes Gewissen Burger zu essen. Mittlerweile muss ich nämlich beim Burgeressen gar kein schlechtes Gewissen mehr haben. Was bis vor wenigen Jahren fast nur bei Fast Food Ketten in entsprechender Qualität zu haben war, gibt es mittlerweile liebevoll handgemacht: Burger mit gutem Bio- oder Neuland-Fleisch, im Biobrötchen, mit hausgemachten Saucen, hochwertigem Käse….

Jetzt aber zurück zu meiner sonnigen Mittagspause in der ich zum Buns Mobile in die Cuvrystraße geradelt bin. Das Buns Mobile habe ich beim Bite Club entdeckt, dem zweiten großen Street Food Event nach dem Street Food Thursday. Wegen dem großen und ja sehr erfreulichen Andrang habe ich dort ja betrüblicherweise nix mehr zu Essen bekommen (ich berichtete). Das auffallend gelbe Buns Mobile mit dem niedlichen Jack Russel Maskottchen ist, man kann es gar nicht anders sagen, extrem sympathisch!

Die Inhaber sind offensichtlich Franzosen (immer wieder ein gern gehörter Akzent) und während ihr niedlicher Jack Russel dekorativ nichtstuend vor dem Wagen residiert, haben die beiden alle Hände voll zu tun! Der Andrang ist groß. 20 Minuten, lautet die freundliche Ansage, muss ich wohl auf meinen Burger warten. Ich vertreibe mir die Zeit (die ich gottseidank habe) mit Fotografieren. Tatsächlich werden es 30 min. Nicht jeder hat soviel Zeit in der Mittagspause und einige meiner Mitwartenden werden sichtlich ungeduldig.

Als ich meinen Burger endlich in den Händen halte, bin ich unglaublich hungrig. Ob ich es schaffe vor dem Verzehr doch noch ein Foto zu machen? Gerade so hab ich es geschafft. Ich habe einen Spicy Burger mit Guacamole und Chipotle Mayo bestellt. Chipotle das sind diese geräucherten Jalapeño-Chilis. Der Burger ist gut. Richtig gut. Eine kleine Schrecksekunde lang fand ich ihn trocken, aber dann war es da: das Saftige, Schmelzige, Fleischige auf der Zunge das einen guten Burger ausmacht. Das Brötchen weich aber nicht pappig. Der Patty schön saftig. Und schwupps war der Burger weg! Ich hatte ja auch so einen Hunger! Im Nachhinein hätte der Burger etwas schärfer sein können. Ich bin da allerdings auch ziemlich hartgesotten.

Nun ist es tatsächlich schon zwei Wochen her, dass ich diesen Beitrag angefangen habe.Man kommt ja zu nix. Mittlerweile ist der Sommer vorbei und es regnet und das ist noch ein Grund mehr einen guten Burger zu Essen.

Das coole ist: das Buns Mobile ist gerade in London! Dort werden die European Street Food Awards verliehen. Ich drücke kräftig die Daumen!!!

Street Food in Berlin – im Rausch des Neuen?

Er ist da. Wir sind mittendrin. Der Street Food Rausch hat Berlin erfasst und wir alle wollen nur das Eine: Street Food essen. Donnerstags treffen wir uns beim Street Food Market in der Markthalle Neun. Jeden zweiten Freitag pilgern wir (zumindest bis Ende September) zum Bite Club an der Hoppetosse in Treptow. Und wenn wir es zwischendurch nicht aushalten, erkundigen wir uns auf Facebook, wo und wann unser Lieblingsstreetfooddealer seine Ware verkauft. Man munkelt dass sogar unser Tim Raue ein Street Food Event plant. Quasi Sterne Street Food.

Das Bizarre ist, wir essen in Berlin seit Jahrzehnten Street Food. Döner, Currywurst, Pommes, Falafel… Alles Street Food im besten Sinne. Auf der Strasse gekauft, auf der Strasse gegessen. Aber das neue Street Food ist anders. Es hat den Hauch der grossen weiten Welt, es erinnert uns an die Strassen von San Francisco, an die Märkte in Hanoi, an den Strand auf Ko Samui, an die Strassenverkäufer in Mumbai, an die Parilladas in Argentinien, an die kleinen Boote auf dem Ton Le Sap. Es duftet nach Reise und Urlaub und es schürt unser globales Backpacker-Lonely Planet Fernweh.

Die neuen Street Food Verkäufer sind keine Berliner Damen vom Grill, keine Türken, keine Libanesen und keine DDR Vietnamesen. Es sind globalisierte Expats und internationale Hipster die uns die Erinnerungen an den Geschmack ihrer Heimat oder ihrer Reisen verkaufen. Ihre Verkaufsstellen sind so mobil wie sie selbst: Marktstände, Food Trucks und Pop up Venues. Die wenigsten sind gelernte Köche, die meisten sind nach Berlin gekommen, weil es hier irgendwie cool ist und wollten eigentlich auch was ganz anderes hier machen. Musik oder Kunst oder Design oder einfach nur arbeiten oder eben nicht. Deutschkenntnisse sind nicht so wichtig. Mindestens die Hälfte der Kundschaft spricht auch keins. Und wenn ein australischer Burgerverkäufer kein Deutsch spricht ist es auch viel charmanter als ein türkischer Dönerverkäufer der kein Deutsch spricht.

Oh jetzt hat es hier so einen leicht kritischen Hauch rein geweht. Der soll aber nur so am Rande bleiben. Weil es jetzt Expats und Berlin Visitors gibt und das was anderes ist als Ausländer oder gar Asylanten. Ich bin mir sicher, dass viele syrische (nur so als Beispiel) Flüchtlinge auch geiles Street Food machen könnten. Aber die kriegen gar nicht die Chance dazu.

Eigentlich wollte ich meine Liebe zu Street Food kundtun. Ich esse Street Food wo ich es kriegen kann, egal ob bei einem der Street Food Events, bei den Thai Frauen in Wilmersdorf, bei der Currywurstbude in Kreuzberg, bei den Libanesen in Moabit oder meinem Lieblingsdöner am Kotti. Ich freue mich über jeden neuen Anbieter. Und werde berichten.